Eine kroatische Partei will einen eigenen Wahlkreis und eine Überprüfung der Staatsbürgerschaften für Bosnien
17.06.2026
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23.04.2026
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12.04.2026
Die kroatische Partei Heimatbewegung hat eine Resolution zu den Kroaten in Bosnien und Herzegowina vorgelegt, die die Regierungskoalition sofort aufschreckte - unter anderem fordert sie einen eigenen Wahlkreis für kroatische Wähler und eine mögliche Überprüfung der kroatischen Staatsbürgerschaften, die an Einwohner Bosniens vergeben wurden.
Dem Vorschlag zufolge soll der kroatische Sabor die Regierung um Unterstützung für „volle politische Gleichstellung der Kroaten in Bosnien" bitten, durch eine Reform, die jedem konstitutiven Volk erlauben würde, seine eigenen Vertreter zu wählen - ein eigener Wahlkreis als erster Schritt. Am umstrittensten ist genau der Punkt zur Überprüfung der Staatsbürgerschaften - für Menschen, die in Bosnien leben, aber einen kroatischen Pass besitzen. Wenn ein Staat über den Entzug von Staatsbürgerschaften zu reden beginnt, ist das auf dem Balkan ein Thema, das nie leise endet.
Die Reaktionen kamen prompt. Premier Andrej Plenković wies die Initiative als Marketingmanöver für mehr Sichtbarkeit der Partei zurück. Die Heimatbewegung konterte, „das ist kein PR-Coup", und forderte, zuerst das Dokument zu lesen. Der bosniakische Vertreter Armin Hodžić nannte die Initiative „unrealistisch und schlecht getimt" - angesichts der Wahlen in vier Monaten.
Für die Region ist das eine bekannte Melodie. Die Frage nach der Lage eines Volkes im Nachbarstaat trägt immer zwei Gesichter - echte Sorge um eine Minderheit und ein Werkzeug für innenpolitischen Gewinn. Schwer zu sagen, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Und Bosnien, ein Land, das sich ohnehin nur mühsam auf einem heiklen inneren Gleichgewicht hält, ist der letzte Ort, an dem jemand von außen neue Vorschläge zum Umschreiben der Wahlregeln einwerfen sollte. Geht es hier um die Kroaten - oder um Brennstoff für einen Wahlkampf, der gerade erst kommt?
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