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Niksic stoppte die Kosovo-Erklärung: Die Bremse kam nicht von der Opposition, sondern vom Verbündeten

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Niksic stoppte die Kosovo-Erklärung: Die Bremse kam nicht von der Opposition, sondern vom Verbündeten

Die Gemeinden Zeta und Pljevlja verabschiedeten Erklärungen, mit denen sie die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo ablehnen. Die Initiative sollte wie ein Dominoeffekt durch Montenegro rollen. In Niksic stoppte sie - und zwar nicht wegen der Opposition, sondern wegen Bürgermeister Marko Kovacevic, einem Mann aus der Partei von Andrija Mandic.

Wenn der Verbündete bremst

Kovacevic weigerte sich, die Initiative zu unterstützen. Niksic ist nicht irgendeine Gemeinde - es ist die Stadt, die seit Jahren als sicherste Hochburg des proserbischen Blocks in Montenegro gilt. Wenn die Erklärung dort keine Mehrheit findet, liegt das Problem nicht in den Zahlen, sondern darin, wer nicht mehr dasselbe will.

Milan Knezevic, Vorsitzender der Demokratischen Volkspartei, sagte offen, das Ziel sei, die Initiative durch die montenegrinischen Gemeinden zu tragen, „weil sich das Volk mit dieser Entscheidung nie abgefunden hat”, und am Ende eine verbindliche Resolution vor die Regierung zu bringen.

Ein Bruch, der sich lange anbahnte

Knezevic und Mandic waren jahrelang das Duo, das die Koalition zusammenhielt. Heute fordert der eine eine Resolution, der andere schweigt oder bremst über seine Leute. Knezevics Seite beschreibt Mandics Verhalten als kompletten Kurswechsel gegenüber seiner früheren Linie in der Demokratischen Front.

Der Unterschied zwischen Opposition und Regierung ist einfach und alt: Solange man draußen ist, ist die Anerkennung des Kosovo eine Identitätsfrage. Sobald man in den Institutionen sitzt, wird sie zum Posten in einer Verhandlungsmappe. Mandic ist inzwischen Parlamentspräsident. Dieser Sessel hat seine eigene Schwerkraft.

Und der Botschafter, natürlich

Knezevic warf EU-Botschafter Johann Sattler vor, Druck auf das Parlament ausgeübt und mit dem Entzug der Unterstützung gedroht zu haben, falls die Rücknahmen der Anerkennung weitergehen. Der Vorwurf wurde von der anderen Seite nicht bestätigt, doch sein bloßes Auftauchen in der öffentlichen Debatte gehört zu einem Drehbuch, das die Region gut kennt.

In Montenegro ist das EU-Rennen die reale Währung - es bringt Geld, Termine und Legitimität. Erklärungen zum Kosovo bringen Applaus bei einer Kundgebung. Wenn beides im selben Saal aufeinandertrifft, gewinnt meist das, was zahlt.

Wäre es bei uns anders? Die Frage zielt nicht auf jemanden ab - es ist dasselbe Dilemma, dem jede Regierung auf dem Balkan begegnet, wenn das den Wählern Versprochene mit dem in Brüssel Geforderten kollidiert. Der Unterschied liegt nur darin, wie lange sich die Antwort aufschieben lässt.