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Vučić: Wenn die Donau noch 30 Zentimeter fällt, sind wir erledigt

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Vučić: Wenn die Donau noch 30 Zentimeter fällt, sind wir erledigt

„Wenn sie noch dreißig Zentimeter fällt, sind wir erledigt." Der Satz stammt vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, gesagt in einem Fernsehauftritt in Niš, und meint den Pegel der Donau. Dreißig Zentimeter. So breit ist im Sommer 2026 die Grenze zwischen einem funktionierenden Land und einem Land in Not.

Vučić warnte, Serbien stehe wegen extremer Hitze und kritisch niedriger Pegel vor ernsten Problemen, und hob besonders die Vojvodina hervor, wo Regen fast völlig ausblieb. Er kündigte zehn Tage an, wie er sagte, Hölle, und warnte vor Rekordstromverbrauch - mit der Bemerkung, die Bürger seien von Klimaanlagen „verwöhnt".

Wer hier eigentlich verwöhnt ist

Hier lohnt ein Innehalten. Wenn die Temperaturen auf vierzig Grad zugehen, ist eine Klimaanlage kein Luxus mehr, sondern Gesundheitssache - besonders für alte Menschen, Kranke und kleine Kinder. Hält das System nicht stand, liegt das Problem beim System, nicht daran, dass Menschen den August in der eigenen Wohnung überstehen wollen. Eine alte Balkantechnik: Die Rechnung für unvorbereitete Infrastruktur wird leise auf die Gewohnheiten der Bürger umgebucht.

Vučić verwies auch darauf, dass Länder mit Atomkraftwerken, die von Flusspegeln abhängen, noch schlechter dastehen. Das stimmt, und das ist der Punkt: Ein Fluss ist keine Kulisse, sondern Infrastruktur. Fällt er, fallen Strom, Bewässerung und Gütertransport gleich mit.

Von der Dürre zu den Migranten in zehn Sekunden

Im selben Auftritt wechselte das Thema zur Migration. Vučić behauptete, Serbien dürfe keine Lage wie Spanien in Ceuta erleben, wiederholte die bekannte Formel, das Land sei „kein Parkplatz für Migranten", und ergänzte, Serbien sei nie rassistisch gewesen und achte alle Menschen unabhängig von Glaube oder Nationalität. Er erwähnte auch, Nigeria allein habe jährlich mehr Geburten als ganz Europa und Russland zusammen.

Die Reise vom Donaupegel zur Demografie Nigerias dauert ein paar Sätze. Das ist kein Zufall. Wenn das eigene Problem infrastrukturell, teuer und langsam zu lösen ist, führt der schnellste Ausweg zu einem Problem, das weder Rechnung noch Frist kennt.

Und die Donau wartet nicht das Ende der Sendung ab. Sie fällt oder fällt nicht, je nachdem, wie viel in den Alpen niederging und wie heiß der Juli war - nicht danach, was im Fernsehen gesagt wird. Dreißig Zentimeter ist eine Zahl, die jeder überprüfen kann. Der Rest ist Gespräch.