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Innsbruck ohne Theater: die Tiroler Hauptstadt, in der die Alpen die Stadt nicht verschlucken

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Die Alpen bleiben die schönste Bergkulisse Europas, und unter allen Städten, die sich als „Stadt im Gebirge" präsentieren wollen, ist Innsbruck die, der das ohne Theater gelingt. Die Hauptstadt der österreichischen Tiroler Region ist lebender Beweis, dass Stadt und Natur Seite an Seite leben können - ohne dass die Berge die Stadt verschlucken und ohne dass die Stadt jeden Fußgänger in der reinen Alpenluft erdrückt.

Der Inn trennt die Häuser mit pastellfarbenen Fassaden wie aus einem Zeichentrickfilm - blass rosa, grün, terracotta - vor der Kulisse der Nördlichen Alpen. Das mittelalterliche Zentrum ist an einem Tag zu schaffen. Das „Goldene Dachl" ist das Erste, was Touristen fotografieren - 2.657 vergoldete Schindeln, bestellt von Kaiser Maximilian I., rein zur Machtdemonstration im 15. Jahrhundert. Der Stadtturm hat 150 Stufen. Die Santiago-Wallfahrtskirche ist erstaunlich kostenlos. Und der Flüsterbogen - ein gotisches Portal, an dem zwei Menschen auf gegenüberliegenden Seiten einander im Flüsterton hören - ist etwas, das man nicht vergisst, wenn man es einmal probiert hat.

Für ein Wochenende mit Freundinnen oder Freunden bietet die Stadt mindestens fünf Dinge, die man nicht verpassen sollte. Erstens - „Made in Austria"-Shopping. Keine Designermarken, sondern Handwerk vor Ort. Norz stellt Schmuck seit 1764 her. Gössl produziert seit über 70 Jahren traditionelle Tiroler Kleidung. Acqua Alpes macht Parfums aus Alpenwasser. Die Keramikwerkstatt von Vera Wiedermann arbeitet von Hand, Stück für Stück.

Zweitens - Yoga auf dem Gipfel des Patscherkofel auf 2.000 Metern Höhe. Eine 75-minütige Sitzung unter freiem Himmel, das Tal zu Füßen und Kiefern, die 200 Jahre alt sein können. Nichts für schwache Nerven. Für alle, die ein ganz anderes Gefühl von „Zentrierung" suchen, ist es eine Geschichte, die man auf dem Balkan nirgends kaufen kann.

Drittens - Swarovski Crystal Worlds, 20 Minuten von der Stadt. Eine Kunstinstallation von über 30 Künstlern, mit Kristallskulpturen, einem Labyrinth in der Natur und interaktiven Räumen, die mit keinem anderen Museum vergleichbar sind. Auch wer das Geschäft von Swarovski nicht mag, behält dieses Museum in Erinnerung.

Viertens - ein Drink mit Aussicht. 360° Cafe ist eine runde Bar mit Glaswänden über der ganzen Stadt. Hotel Adlers hat eine ausgefeilte Cocktailbar mit Wochenend-DJs und einer Terrasse im karibischen Stil - über den Alpen. Widersprüchlich, aber genau das ist der Reiz.

Fünftens - interaktive Museen. Tirol Experience ist Virtual Reality, Hologramme und 360-Grad-Projektionen zur Geschichte Tirols. Audioversum ist ein Museum für Medizin, Technologie und Kunst, mit einer Abteilung, in der man bestimmte Gehirnregionen selbst trainiert. Klingt nicht nach „Museum eines klassischen Malers" - und genau deshalb funktioniert es.

Für Balkan-Besucher mit dem Auto liegt Innsbruck 7-8 Stunden von Zagreb, 10 von Belgrad, 14 von Skopje entfernt. Für ein Wochenende - hart. Für fünf Tage - perfekt. Und anders als in Wien herrscht hier kein Massentourismus. Die Tiroler halten ihren Rhythmus und das Tourismusniveau unter Kontrolle. Wenn Sie vor dem Flüsterbogen flüstern, riecht es wirklich nach 21. Jahrhundert - ohne das Geräusch des 21. Jahrhunderts.