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Die Bagger kehren an die Došnica zurück, Aktivisten bereiten neue Blockaden am Kožuf vor

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Die Bagger kehren an den Berg Kožuf zurück. Der Konzessionär für den Bau eines kleinen Wasserkraftwerks am Fluss Došnica hat eine verlängerte Genehmigung erhalten, und die Aktivisten, die im Vorjahr monatelang an der Straße campiert haben, kehren auf die Barrikaden zurück. Die Došnica ist eines der letzten unberührten Bergwasser des Landes, und mit dem Bau eines kleinen Wasserkraftwerks droht ihr die Verrohrung.

Im vergangenen Jahr wurde nach 72 Tagen Blockade und starker öffentlicher Reaktion (einschließlich Unterstützung von Greta Thunberg) die Technik abgezogen. Die Aktivisten dachten damals, das sei ein Sieg. Jetzt lernen sie: In Mazedonien heißt „Sieg" oft nur „Pause" - der Konzessionär kehrt zurück, sobald der politische Druck nachlässt.

Dieses Mal gibt es neue Elemente. Laut Aktivisten bereitet der Konzessionär auch private Sicherheitskräfte vor - um die unvermeidlichen Blockaden abzuwehren. Anders gesagt: Diese Phase des Konflikts wird härter als die vorherige. Bürgeraktivisten aus Gevgelija, Kavadarci und den umliegenden Orten organisieren bereits neue Proteste.

„Wir wissen, dass das Einrücken von Maschinen mit Sicherheitsdiensten vorbereitet wird, aber die Došnica gehört uns, und keine Kraft wird uns zum Schweigen bringen, während einer der letzten sauberen Flüsse und Naturschätze zerstört wird. Wir werden vor den Baggern stehen, vor der Maschinerie und vor jedem Versuch, die Došnica in ein Rohr zu legen", erklärte die Aktivistenorganisation Changemakers.

Die offene Frage ist: Warum baut man kleine Wasserkraftwerke in Gebieten, die Naturschätze sind, wenn ihr Energiebeitrag minimal ist? Kleine Wasserkraftwerke lösen keine Energiekrise. Sie liefern bescheidene Strommengen - zerstören aber Ökosysteme, die sich nicht regenerieren. Ökonomische Rechnungen, die nicht aufgehen.

Konzessionäre bekommen diese Genehmigungen, weil die rechtlichen Rahmen es zulassen. Lokale Behörden unterstützen sie oft - weil das leichter ist, als gegen sie zu kämpfen. Und wenn Anwohner dann die Straße blockieren, tauchen Politiker mit „Unterstützungs"-Erklärungen auf - und verschwinden, sobald die Maschinen zurückkommen. Ein Muster, das Šar Planina, Mavrovo und Pelister schon kennen.

Für den Balkan ist die Došnica ein Symbol. Nicht nur des Flusses. Sondern des Modells: Was ist ein kleines Bergbaugut gegenüber einem Stück sauberer Natur wert? Die Aktivisten meinen, die Antwort sei klar. Die Konzessionäre und ihre politischen Partner sehen es entgegengesetzt. Auch in diesem Jahr wird der Kožuf wieder Schauplatz dieses Streits.