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Carolina Marin tritt mit drei gerissenen Bändern zurück: Was jeder Freizeitsportler über das Knie wissen sollte

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Carolina Marin, Olympiasiegerin im Badminton von Rio 2016, gab am 26. März in der spanischen Show „El Hormiguero" ihren Rücktritt bekannt. Hinter dieser Entscheidung steht eine Geschichte, die in der Sportmedizin als Lehrbuchbeispiel gilt - drei Risse des vorderen Kreuzbandes (ACL), zwei am rechten und einer am linken Knie. Der dritte ereignete sich genau bei den Olympischen Spielen von Paris 2024 und brachte zusätzliche Meniskusschäden mit sich.

Víctor Jiménez Aransáy, Physiotherapeut der CEMTRO-Klinik, in der Marin behandelt wurde, fasst das Problem in einem Satz zusammen: Das ACL ist „eine der Hauptstrukturen, die das Knie stabilisieren". Reißt es, reagiert das Knie nicht mehr auf Drehungen, Bremsbewegungen und Richtungswechsel. Als würden Sie auf einen Boden treten, der Sie nicht mehr trägt.

Badminton gehört, wie Tennis, Basketball und Handball, zu den Sportarten mit dem höchsten Risiko fürs Knie. Schnelle Richtungswechsel, explosive Seitwärtssprünge, ständiges Beschleunigen und Bremsen - kein Band ist dafür gemacht, das in unbegrenzter Menge auszuhalten. Athletinnen liegen in einer besonderen Risikokategorie: ein breiteres Becken und ein größerer „Valgus"-Winkel erhöhen das theoretische Risiko für einen ACL-Riss.

Symptome, die jeder Freizeitsportler erkennen sollte: ein scharfer, plötzlicher Schmerz, das Gefühl eines „Knackens", schnelle Schwellung, das Gefühl, das Knie „gibt nach", Gehschwierigkeiten. Das ist nichts zum Abwarten - das ist ein Fall für eine umgehende Bildgebung und eine umgehende Untersuchung.

Die klassische Behandlung umfasst eine chirurgische Rekonstruktion des Bandes mit einer Sehne, gegebenenfalls Meniskusreparatur und eine langwierige Physiotherapie. Das Problem tritt bei einem ramponierten Gelenk auf - Knorpel hat nur geringe Regenerationsfähigkeit. Deshalb bleiben punktuelle Schäden ein Leben lang.

Marin sagte etwas, das jeder Sportler mit mehr als einer Operation tief versteht: „Wahrscheinlich werde ich nie wieder knien können". Der Verlust an Beweglichkeit nach mehreren Operationen ist real, und Knien - mit dem ganzen Druck auf Menisken und Knorpel - wird oft zu der Bewegung, die eine Sportkarriere beendet.

Hinter ihrem Rücktritt steht nicht nur Badminton. Es steht die Lebensqualität für die nächsten 40-50 Jahre. Das ist auch eine Lektion für Freizeitsportler auf dem Balkan, die jedes Wochenende ihre Kreuzbänder in Amateurturnieren zerkauen - und die Behandlung verschieben, „bis es weniger schmerzt". Schmerz heißt nicht Sieg. Manchmal heißt es, das Knie gibt schon auf.