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Modernas Aktien verdoppelten sich an einem Tag: ein Melanom-Impfstoff, der für jeden Patienten einzeln hergestellt wird

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Modernas Aktien verdoppelten sich an einem Tag: ein Melanom-Impfstoff, der für jeden Patienten einzeln hergestellt wird

Die Aktien von Moderna haben sich an einem einzigen Tag verdoppelt. Der Grund ist weder eine Übernahme noch ein neues Produkt am Markt - sondern Ergebnisse einer klinischen Studie, die zeigten, dass eine experimentelle impfstoffbasierte Therapie das Wiederauftreten des Melanoms verringerte und dessen Ausbreitung in andere Körperteile verhinderte.

Die Therapie namens Intismeran kombiniert ein vom amerikanischen Pharmakonzern Merck entwickeltes Immuntherapeutikum mit einem mRNA-Impfstoff - derselben Technologieart, die die Welt massenhaft über Covid kennenlernte. Der Unterschied: dieser Impfstoff wird individuell hergestellt, nach den im Tumor des jeweiligen Patienten gefundenen Mutationen.

Die Zahlen, die die Börsen zerrissen

Zur Eröffnung der Nasdaq sprangen die Aktien des Unternehmens um über 84 Prozent auf 115,91 Dollar und erreichten anschließend 126,81 - mehr als das Doppelte des vorherigen Schlusskurses von 62,96 Dollar. Die Merck-Aktien legten um über acht Prozent zu. Analysten schätzen, dass die Therapie allein aus der Melanombehandlung bis 2035 rund drei Milliarden Dollar Umsatz bringen könnte.

Die Studie umfasste 1.137 Hochrisiko-Melanompatienten, denen der Tumor zuvor chirurgisch entfernt worden war. Die einen erhielten über ein Jahr hinweg etwa neun Dosen des Immuntherapeutikums in Kombination mit einem personalisierten Impfstoff, die anderen nur das Immuntherapeutikum.

Bevor wir jubeln

Ein Marktstratege warnte, Kleinanleger sollten ihre Erwartungen im Zaum halten: die vollständigen Studiendaten sind noch nicht veröffentlicht, die Ergebnisse zum Gesamtüberleben stehen aus, und die Produktion personalisierter Impfstoffe in großen Mengen könnte sich als teuer und komplex erweisen.

Letzteres ist der Schlüssel. Ein Impfstoff, der für jeden Tumor gesondert hergestellt wird, ist keine Tablette, die man millionenfach abpackt. Es ist ein Produkt, das eine Probe, eine Analyse und einen Produktionszyklus pro Patient erfordert - was bedeutet, dass die Frage „was kostet es\" mindestens so schwer wiegt wie die Frage „funktioniert es\".

Wo wir dabei stehen

Therapien dieser Größenordnung erreichen zuerst die Systeme, die sie bezahlen können. Wenn sich der Preis pro Patient in Zehntausenden bemisst, bestimmt nicht die Diagnose die Warteschlange, sondern das Budget der Krankenkasse. Sollte Intismeran tatsächlich zugelassen werden, wird die Frage für unsere Region nicht sein, ob es das Medikament gibt - das wird jeder wissen. Die Frage wird sein: wie viele Jahre später.