Fünf Tonnen Marihuana durch den Zoll: Medizinlizenz als Tarnung, mindestens fünf Transporte
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Mitte August, die deutsche Insel Fehmarn, und daran vorbei fährt die „Admiral Kasatonow” - eine Fregatte der russischen Nordflotte. Über ihre Ankunft berichteten zuerst die „Kieler Nachrichten”, die anmerken, es handle sich um das zweite große Kriegsschiff der Nordflotte, das binnen weniger Wochen in die Ostsee verlegt wurde. Moskau teilte nicht mit, warum es geschickt wurde. Dieses Schweigen ist Teil der Botschaft.
Die „Admiral Kasatonow” ging 2020 in Dienst und gehört zur Klasse „Admiral Gorschkow”, Projekt 22350 - zu den moderneren Überwassereinheiten der russischen Marine. Sie kann Marschflugkörper vom Typ „Kalibr” tragen und ist auch für Hyperschallraketen „Zirkon” ausgelegt. Deshalb wiegt ihr Auftauchen in der Ostsee weit mehr als eine gewöhnliche Durchfahrt eines russischen Schiffs.
Zwei Schiffe und dreißig Jahre Abstand
Vor ihr passierte Ende Juli auch die „Admiral Lewtschenko” Fehmarn - ein Schiff aus einer ganz anderen Epoche. Sie ging 1988 in Dienst, ist rund 163 Meter lang und gehört zur sowjetischen Klasse „Udaloi”, ursprünglich für die U-Boot-Abwehr entworfen. An Bord: Flugabwehrsysteme, Torpedos, Geschütze und bis zu zwei Hubschrauber Ka-27.
In kurzer Zeit befanden sich also zwei große Schiffe der Nordflotte in der Ostsee: eines aus sowjetischer Zeit und eines aus der neuesten Generation russischer Fregatten. Das sieht nicht nach Rotation aus. Das sieht nach einer Botschaft in zwei Lieferungen aus.
Putin nannte die Beschlagnahmen „Piraterie”
All das geschieht unmittelbar nach der Warnung des russischen Präsidenten an europäische Staaten wegen ihres Vorgehens gegen die sogenannte Schattenflotte. Putin nannte Beschlagnahmen und Kontrollen von Schiffen mit Moskau-Bezug „Piraterie” und drohte mit „Gegenmaßnahmen”, wobei er die europäischen Schritte als Versuch beschrieb, russisches Eigentum zu rauben.
Die Formulierung von Gegenmaßnahmen warf die Frage auf, ob Russland irgendwann versuchen könnte, europäische Handelsschiffe zu stoppen oder zu kontrollieren. Ein konkreter Plan wurde bislang nicht veröffentlicht. Doch schwedische Militärvertreter warnten schon im Juni, die russische Marine habe ihr Verhalten geändert - sie begleite Schiffe der Schattenflotte inzwischen weit offener als früher.
Der Experte für maritime Sicherheit Moritz Brake sagte der „Bild”, Moskau versuche vor allem Unsicherheit zu schaffen und den Preis westlicher Maßnahmen zu erhöhen. „Solche Drohungen dürfen nicht einfach hingenommen werden - besonders wenn ihnen Taten folgen”, warnt er.
Eine Bestätigung, dass gerade diese beiden Schiffe zum Schutz der Schattenflotte entsandt wurden, gibt es nicht. Aber das Bild auf dem Wasser hat sich geändert: Der Streit um russische Tanker ist nicht mehr nur Sanktionspolitik auf dem Papier, sondern ein Kräftemessen auf offener See. Und wenn ein Meer mit so viel Handelsverkehr zum Ort des Kräftemessens wird, bleibt die Rechnung selten bei denen, die streiten.
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