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Moulay Hassan mit 20 Jahren zum Oberbefehlshaber der marokkanischen Streitkräfte ernannt: Der Thronübergang läuft ohne Eile

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König Mohammed VI. von Marokko hat seinen Sohn, den Thronfolger Moulay Hassan, zum Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabs der Königlichen Streitkräfte (FAR) ernannt, ebenso zum Koordinator der Büros und Dienste des Generalstabs. Mit gerade 20 Jahren ist der junge Mann, der eines Tages König der größten und stabilsten arabischen Monarchie Nordafrikas sein wird, offiziell in die Struktur eingetreten, die in Marokko praktisch die Macht definiert - die Armee.

Die Logik des Schritts ist diplomatisch verpackt, politisch aber klar. Mohammed VI., der selbst über Jahrzehnte vorbereitet wurde, bevor er seinen Vater Hassan II. beerbte, baut jetzt für seinen Sohn dasselbe Terrain auf. Der Übergang wird gebaut. Es ist keine Frage des Ob - sondern des Wann. Und wenn das in einem Land geschieht, das Positionen in der Westsahara hält, in den Sahel-Krisen, und das Teil einer der größten Handelsrouten zwischen Afrika und Europa ist, ist jeder Schritt im Königshaus zugleich Geopolitik.

Moulay Hassan ist kein Neuling. Seit seiner Jugend nimmt er an offiziellen Zeremonien teil und vertritt seinen Vater auf internationalen Bühnen. Seine Ausbildung erhielt er am Königlichen Kolleg in Rabat und durch eine Pilotenausbildung - ein Detail, das in einem Land, das in Streitkräfte und Verteidigungsindustrie investiert, kein Zufall ist. Außerdem eröffnete er kürzlich den Mohammed-VI.-Turm, eines der emblematischsten Projekte des derzeitigen Königs. Die Symbolik ist schwer - Vater und Sohn schneiden gemeinsam das Band, und der Hebel, den sie übergeben, wird langsam überreicht.

Für den Balkan-Leser stellt sich die Frage anders. Wenn eine Monarchie in unserer Region das gleiche Modell der „Übergabe nach Jahrzehnten der Vorbereitung" probieren würde - welche politische Struktur würde das dulden? Marokko hat es trotz aller Widersprüche geschafft, etwas zu bauen, was in Europa unmöglich ist - der Erbe lernt im Dienst, in der Arbeit, im Militär, noch bevor er auf dem Thron bestätigt ist. Das ist ein Modell, das selten wiederholt wird - aber auf tiefen Investitionen in die Struktur ruht.

Die Frage, die in Rabat gestellt wird, ist eine - wann. Die Frage, die in Brüssel und Paris gestellt wird, ist eine andere - wird der nächste König Marokkos die Balance zwischen Westen und Afrika halten oder den Kurs ändern. Eine Antwort gibt es noch nicht, aber der Schritt dieses Tages sagt etwas Klares - die Zeit der Vorbereitung ist nicht unendlich.