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Sie weigerte sich, Elvis das Lied zu verkaufen, und diese Entscheidung machte sie später zu einer der Reichsten der Branche: Nashville nach Dolly Partons Tod

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Sie weigerte sich, Elvis das Lied zu verkaufen, und diese Entscheidung machte sie später zu einer der Reichsten der Branche: Nashville nach Dolly Partons Tod

Dolly Parton starb am 25. August im Alter von 80 Jahren. Eine Stadt, die seit Jahrzehnten von ihrem Namen lebt, empfängt nun Menschen, die kommen, um diesen Namen über Straßen, Museen und ein Studio verteilt zu sehen, in dem einst ein Mädchen aus den Bergen beschloss, Elvis Presley ein Lied nicht zu verkaufen.

Nashville, die Hauptstadt der Countrymusik, liegt geografisch nicht an der Trasse des legendären Highway 61. Man muss ein paar Kilometer abbiegen, den Lauf des Mississippi verlassen und in die bewaldeten Landschaften Tennessees hineinfahren. Dieses Abbiegen ist es, was die ganze Geschichte erklärt.

Eine Stadt, in die man mit der Gitarre auf dem Rücken kommt

Direkt nach der Highschool packte Parton einen Koffer und machte sich nach Nashville auf, um ihr Schicksal zu erobern, auf den Spuren unzähliger anderer, die denselben amerikanischen Traum jagten. Dieser Traum ist weiter im Dienst. Wer unter den Neonlichtern der Broadway Avenue spaziert und die Clubs betritt, trifft Musiker, die auch heute versuchen, ihre Lieder zum Leben zu machen.

Honky-Tonks sind Bars ohne Anspruch, entstanden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, um zu trinken und Country vermischt mit Blues zu hören. Die Mode der Cowboystiefel und Hüte ist hier kein Touristenkostüm - sie ist eine Lebensweise. Die Frage, die sich von selbst stellt: Wie viele Städte der Welt haben es geschafft, die eigene Mythologie so überzeugend zu verkaufen, dass auch die Bewohner sie glauben?

Drei Adressen, die alles tragen

Die Grand Ole Opry ist der Ort, an dem Parton schon als Teenager auftrat und 1969 Mitglied dieser geschlossenen Institution wurde. Das Auditorium bewahrt ihr bis heute eine Garderobe mit ihrem Namen. Von dort wird täglich die älteste Live-Sendung der Vereinigten Staaten ausgestrahlt. Der Einlass ist einfach - man bucht ein Ticket.

Doch um zu begreifen, wie die Grand Ole Opry wurde, was sie ist, muss man zuerst das Ryman Auditorium sehen. Ein religiöser Bau vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts, bekannt als Mutterkirche der Countrymusik, der mehr als drei Jahrzehnte lang der erste Sitz der Opry war - wegen der Akustik.

Wenige Schritte weiter liegt die Country Music Hall of Fame, ein Museum von 32.500 Quadratmetern, durch das hindurch Parton die präsenteste Figur ist.

Die Nacht, in der sie Elvis Nein sagte

Die beste Geschichte aus Nashville handelt nicht von einer Bühne, sondern von einem Studio. Das RCA Studio B in der Music Row ist der Ort, an dem Jolene und I Will Always Love You aufgenommen wurden. Dort streifte Parton einmal, nervös zur Aufnahme kommend, mit dem Auto die Fassade des Gebäudes.

Doch das andere Ereignis wiegt schwerer. Elvis Presley wollte seine eigene Version von I Will Always Love You aufnehmen. Sein unnachgiebiger Manager, Colonel Parker, forderte als Bedingung die Hälfte der Urheberrechte. Parton verbrachte eine schlaflose Nacht. Dem King of Rock'n'Roll Nein zu sagen war schwer - doch dieses Erbe zu verlieren war ebenso wenig eine Option.

Sie lehnte ab. Jahre später sang Whitney Houston dasselbe Lied für den Film Bodyguard, und diese Entscheidung machte Parton zu einer der reichsten Unternehmerinnen der Unterhaltungsindustrie. Ein Nein, an einem einzigen Tag ausgesprochen, wog mehr als die ganze Karriere vieler anderer.

Ein Holzhaus mit elf Geschwistern

Die Reise ist nicht vollständig ohne die Fahrt zu den Great Smoky Mountains im Osten Tennessees, nach Dollywood. Der 1986 eröffnete Park erzählt die Geschichte eines Mädchens, geboren in eine arme, kinderreiche Familie. Es gibt eine Rekonstruktion ihres Geburtshauses - eine Hütte mit einem einzigen Raum, ohne Strom und ohne fließendes Wasser, in der Dolly mit elf Geschwistern aufwuchs.

Der Park ist zugleich die Hauptfinanzierungsquelle ihrer Stiftung. 1995 gründete sie, inspiriert von den Schwierigkeiten ihres Vaters mit dem Lesen und Schreiben, die Imagination Library - eine Initiative, die bislang über 240 Millionen Bücher an Kinder in aller Welt verschenkt hat.

Mit glitzernden Kleidern und Absätzen als Rüstung tat sie in einer von Männern geführten Branche etwas Schwereres als einen Hit: Sie blieb dieselbe Person, die mit einem Koffer in die Stadt kam. Und genau deshalb wirkt Nashville jetzt wie ihr Denkmal und nicht umgekehrt.