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Du atmest 20.000 Mal am Tag und hast kein einziges Mal geprüft, ob du es richtig machst

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Du atmest 20.000 Mal am Tag und hast kein einziges Mal geprüft, ob du es richtig machst

Du atmest etwa zwanzigtausend Mal am Tag. Das ist keine Metapher, das ist eine Zahl. Und laut Ruben Sosa, Gründer des Respira-Instituts, ist es das Einzige, was du so oft tust, ohne je geprüft zu haben, ob du es richtig machst.

Sein Vergleich: Atmung ist die Fernbedienung für das Nervensystem. Je nach Muster - schneller, langsamer, intensiv oder subtil - verschiebst du den Körper von einem Zustand in einen anderen. Das ist alles. Keine App, kein Abo, kein Spezialist, den man bezahlen muss.

Wovor er warnt, ist schnelles Atmen. Es vervielfache die Stressempfindungen und könne Bluthochdruck verschlimmern. Chronisch beschleunigte Atmung geht Hand in Hand mit einem dauerhaft aktivierten Nervensystem und einer Anspannung, die nicht abfällt.

Die Methode, die er vorschlägt, heisst langsam, subtil, zwerchfellbasiert. Langsam sendet dem Gehirn ein Sicherheitssignal. Subtil heisst: Mehr Luft ist keine bessere Sauerstoffversorgung - entscheidend ist die Kohlendioxid-Balance, was dem widerspricht, was die meisten annehmen. Zwerchfellbasiert heisst, den Hauptatemmuskel zu benutzen, statt die Schultern zu heben.

Drei Techniken hebt er konkret hervor. Der physiologische Seufzer: doppeltes Einatmen durch die Nase, dann langsames Ausatmen, fünfmal bei hohem Stress. Das Summen: geschlossene Lippen und ein „mmmm“ beim Ausatmen, fünf- bis zehnmal, beruhigt den Geist. Und das Abendmuster vor dem Schlafen: drei Sekunden einatmen, vier Sekunden halten, fünf Sekunden ausatmen, ohne sich ganz vollzufüllen.

Die Regel, die er wiederholt, lautet: durch die Nase atmen, immer. Die Nase filtert, erwärmt und befeuchtet die Luft und produziert Stickstoffmonoxid. Der Mund gehört, wie er sagt, zum Verdauungssystem, nicht zur Atmung.

Das Zwerchfell dient nicht nur der Luft - es beeinflusst die Körperhaltung, die Wirbelsäule sowie den venösen und lymphatischen Fluss. Deshalb ist sein Punkt nicht, sich zehn Minuten am Tag hinzusetzen und zu üben, sondern dass funktionale Atmung über den ganzen Tag mehr bringt als eine gelegentliche Übung.

Die Gesundheits- und Wellnessindustrie verkauft Gurte, Apps und Uhren, die dir den Stress messen. Das hier verkauft sich nicht, und deshalb hört man selten davon. Ein alter yogischer Satz sagt, das Leben werde nicht in Jahren gemessen, sondern in Atemzügen - ein schöner Satz, und zugleich das Einzige, was in der ganzen Geschichte gratis ist.