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Die Wand über dem Sofa braucht keinen Gegenstand, sondern eine Entscheidung: zwölf Lösungen ohne ein einziges Bild

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Die Wand über dem Sofa braucht keinen Gegenstand, sondern eine Entscheidung: zwölf Lösungen ohne ein einziges Bild

Die Wand über dem Sofa ist die grösste leere Fläche im durchschnittlichen Wohnzimmer, und die häufigste Lösung dafür ist in jeder Wohnung dieselbe: ein Bild, mittig, meist zu klein für die Wand, an der es hängt. Wenn dieses Bild nur deshalb dort hängt, weil Ihnen jemand gesagt hat, über einem Sofa müsse etwas sein - es gibt zwölf andere Dinge, die dieselbe Aufgabe besser erledigen.

Ein Spiegel statt eines Bildes

Der Spiegel vervielfacht das natürliche Licht und weitet den Raum optisch, und im Charakter steht er einem Kunstwerk in nichts nach. Am besten funktionieren grosse Formate mit dünnem Rahmen über einem schlichten Sofa. Der Trick, den die meisten verfehlen, ist die Höhe: Er wird fast an der Rückenlehne anliegend aufgehängt, damit er als eine Einheit mit dem Sofa gelesen wird und nicht als zweiter Gegenstand, der darüber schwebt.

Skulptur und Relief

Eine Wandskulptur aus Holz, Keramik oder Metall bricht die horizontale Monotonie und bringt eine Textur, die eine Leinwand nicht liefern kann. Es gilt eine Regel: ein einziges Objekt, mit genug leerem Raum drumherum. Drei kleine Skulpturen nebeneinander ergeben nicht die dreifache Wirkung, sie teilen sie durch drei.

Ein Regal, aber kein volles

Schmale schwebende Regale über der Rückenlehne tragen Bücher, Pflanzen und Objekte, ohne dem Raum Fläche zu nehmen. Hier gilt dieselbe Regel wie bei der Skulptur - ein Teil des Regals muss leer bleiben. Ein bis zum letzten Zentimeter gefülltes Regal ist keine Dekoration, sondern Lager an sichtbarer Stelle.

Die Wandleuchten verändern alles andere

Zwei Wandleuchten mit warmem Licht zu beiden Seiten eines Bildes schaffen Tiefe und brechen die flache Symmetrie. Es ist einer der seltenen Eingriffe, bei denen man Beleuchtung hinzufügt und ein Ergebnis bekommt, das teurer aussieht, als es kostet.

Wohnzimmer mit Zierleisten und Relief an der Wand

Zierleisten und Relief

Architektonische Zierleisten schaffen Geometrie, Textur und Relief auf einer Wand, die sonst völlig flach ist. Sie lassen sich in derselben Farbe wie die Wand oder kontrastierend streichen; seidenmatte Oberflächen betonen das Relief, wenn natürliches Licht darauf fällt. Das ist ein Eingriff, der bleibt und der nach Architektur aussieht, nicht nach Zierrat.

Nur Farbe

Manchmal ist die Lösung kein Gegenstand, sondern ein Ton. Eine Wand in einer satten Farbe - Senfgelb, Kobaltblau - gibt Charakter ganz ohne Zutat. Die einzige Regel: Testen Sie die Probe zu verschiedenen Tageszeiten. Eine Farbe, die um zehn Uhr morgens perfekt aussieht, kann um sechs Uhr abends völlig anders wirken - eine Entdeckung, die Sie nicht erst machen wollen, nachdem die ganze Wand gestrichen ist.

Tapete, die nicht konkurriert

Gestreifte Tapete bringt Bewegung, ohne mit der übrigen Einrichtung zu kollidieren. Sie ist schnell angebracht und schnell wieder entfernt, das Risiko ist also gering. In kleineren Räumen funktionieren kleine Motive besser als grosse grafische Muster, die einen schmalen Raum nur noch schmaler machen.

Wohnzimmer mit Bücherwand und Einbaumöbeln

Massmöbel und ein Bücherregal bis zur Decke

Die teuersten Lösungen sind auch die langlebigsten. Nach Mass gefertigte Möbel verbinden Fernseher, geschlossenen Stauraum und offene Regale zu einem Ganzen, und ein Holzton, der zum Sofabezug passt, vereint den gesamten Look. Ein Bücherregal vom Boden bis zur Decke wiederum löst Stauraum und Dekoration gleichzeitig und verändert das Grössengefühl des Raumes völlig - vorausgesetzt, wieder, ein Teil der Fächer bleibt bewusst ungefüllt.

Die billigste Lösung

Ein Holzbrett auf der richtigen Höhe. Mehr nicht. Darauf tauschen Sie Rahmen, Bücher und saisonale Objekte, ohne Renovierung und ohne Handwerker. Es ist die einzige Option auf der ganzen Liste, die Sie zehnmal im Jahr ändern können, ohne mehr zu zahlen als beim ersten Mal.

Teller und Textilien

Keramikteller zu einer Komposition arrangiert wiederholen den Effekt einer Museumswand mit persönlichen und günstigen Objekten - gemischte Grössen und Töne erwecken den Eindruck, sie seien über Jahre gesammelt worden, was in rustikalen und eklektischen Räumen willkommen ist. Ein Wandteppich wiederum bringt Farbe, Textur und Wärme, die ein Bild nicht geben kann, und schluckt gleichzeitig Schall im Raum.

Das Gemeinsame aller zwölf ist kein Stil, sondern ein und derselbe Punkt: Die Wand über dem Sofa braucht keinen Gegenstand, sondern eine Entscheidung. Der grösste Fehler ist nicht die falsche Wahl - der Fehler ist, etwas aufzuhängen, weil eine Fläche nicht leer bleiben darf. Manchmal ist auch die leere Wand eine Entscheidung, nur eben nicht die, die verkauft wird.