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Um sechs Uhr morgens reinigen die Stadtarbeiter die Promenade, während die Feier noch läuft: In Ohrid hat der Appell ans Gewissen die Infrastruktur ersetzt

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Um sechs Uhr morgens reinigen die Stadtarbeiter die Promenade, während die Feier noch läuft: In Ohrid hat der Appell ans Gewissen die Infrastruktur ersetzt

Sechs Uhr morgens auf der Promenade „Makedonija". Teams des kommunalen Betriebs „Ohridski Komunalec" sammeln Plastikflaschen, Becher, Dosen und Papier ein, die die nächtlichen Zusammenkünfte der Touristen im Zentrum von Ohrid hinterlassen haben.

Sie arbeiten, damit die Stadt vor Beginn des neuen Touristentages wieder sauber und ordentlich ist. Am Kleinen Hafen ist zur selben Zeit noch ein Teil der jungen Leute da - Gesang, Musik, Kehren und Feiern im selben Bild.

Der Betrieb weist darauf hin, dass dieses Phänomen nicht nur Ohrid betrifft. Nahezu alle größeren Tourismuszentren, die im Sommer Konzerte, Festivals und Großveranstaltungen organisieren, stehen vor derselben Herausforderung. Und man appelliert an Besucher und Bürger, zur Sauberkeit der Stadt beizutragen.

Der Appell und der Papierkorb

Hier gehört es sich, fair zu sein. Die Stadtreiniger machen ihren Teil tadellos - ab sechs Uhr morgens, jeden Tag der Saison, damit der Gast, der um neun aufwacht, eine gepflegte Promenade sieht und denkt, die Nacht sei ruhig gewesen.

Das Problem ist, dass der Appell ans Gewissen das einzige Werkzeug ist, das noch im Einsatz steht. Und in einer Stadt, die im August ein Vielfaches ihrer Einwohnerzahl aufnimmt, ist Gewissen keine Infrastruktur.

Wie viele Abfallbehälter stehen in der Saison je hundert Meter auf der Promenade „Makedonija"? Wie viele davon werden noch in der Nacht geleert und nicht erst am Morgen? Das sind zwei Zahlen, die nie veröffentlicht werden - und genau sie bestimmen die Menge, die morgens vom Boden aufgesammelt wird.

Ist der Behälter um Mitternacht voll, landet die Flasche daneben. Das ist keine Frage der Kultur - das ist eine Frage des Leerungsplans. Und diesen Plan schreibt die Gemeinde, nicht der Tourist.