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Gebaut wird nach Normen aus den 80ern und nach Eurocodes zugleich: Experten fordern eine einzige Regel

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Gebaut wird nach Normen aus den 80ern und nach Eurocodes zugleich: Experten fordern eine einzige Regel

In Mazedonien wird heute nach zwei Regelwerken gleichzeitig geplant und gebaut. Das eine sind die Eurocodes - der europäische Normensatz für Tragwerksplanung und Bau. Das andere sind die Normen aus den Achtziger- und Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Beide gelten parallel, und das seit einem ganzen Jahrzehnt.

Das bestätigten die Fachleute selbst auf der nationalen Konferenz „Eurocodes 2.0 - Von der Normung zur nationalen Umsetzung“ in der Wirtschaftskammer. Josif Josifovski, Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen, sagt, das Land arbeite seit rund zehn Jahren an der Einführung der Eurocodes, die parallele Anwendung von altem und neuem Regelwerk dauere aber an.

„Das ist ein Komplex von Normen, in den die europäische Erfahrung der vergangenen sieben oder acht Jahrzehnte eingeflossen ist“, erklärt Josifovski. Seiner Ansicht nach steigt die Sicherheit in allen Phasen - von der Planung bis zum Bau. Deshalb sollten es künftig nur noch Eurocodes sein.

Die Angst, die immer auftaucht, sind die Kosten. Bedeuten strengere Normen noch teurere Wohnungen - auf einem Markt, auf dem der Quadratmeterpreis schon wehtut? Josifovski sagt: nicht unbedingt. Die Eurocodes seien flexibel und erlaubten es, die Kosten an den Bedarf anzupassen. „Unser Ziel sollten immer Qualität und Sicherheit sein“, sagt er.

Andrea Serafimovski, Präsident des Bauverbands bei der Wirtschaftskammer, räumt „viele Schwierigkeiten“ ein. Er fordert aber, dass Ingenieure die Eurocodes schneller beherrschen und der Staat sie als nationale Normen einführt.

Skopje ist eine Stadt, die sich an 1963 erinnert - an das Erdbeben, das sie großteils zerstörte. In so einer Stadt dürfte die Frage, nach welcher Regel die Tragfähigkeit neuer Gebäude berechnet wird, keine zwei Antworten haben. Wenn die Fachwelt sich einig ist und zehn Jahre nicht gereicht haben: Wer genau wartet noch - und worauf?