Lebensmittelinspektorin in Skopje festgenommen: Das positive Prüfprotokoll soll einen Preis gehabt haben
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Lange lag Albanien abseits der großen Touristenrouten - und genau deshalb fühlt es sich heute wie eine Entdeckung an. Ein Land zwischen Adria und Ionischem Meer, mit steinernen Städten unter UNESCO-Schutz, osmanischen Basaren, zu Museen umgebauten Bunkern und Stränden, die man mit der Karibik vergleicht. Für Mazedonien ist es ein Nachbar, den man in wenigen Autostunden erreicht. Hier eine Route von Tirana bis Butrint, die zeigt, warum sich ein Halt lohnt.
Tirana: eine Hauptstadt im Umbruch
Tirana verwandelt seine Vergangenheit in einen Blick nach vorn, und das sieht man auf Schritt und Tritt: bunte Fassaden, Kunstinterventionen, neue Restaurants. Am besten erklärt es Blloku - das Viertel, das unter dem kommunistischen Regime der politischen Elite vorbehalten war und heute Zentrum des Stadtlebens ist, mit Cafés, Boutiquen, Galerien für zeitgenössische Kunst und Bars, in denen die Nacht weitergeht. Nahe dem Skanderbeg-Platz und dem Parlament steht die Namazgah-Moschee, ein monumentaler Bau, der osmanische Tradition mit modernen Elementen verbindet, mit großer Kuppel und vier Minaretten. Neben dem Gebetsraum hat sie eine Bibliothek und Gemeinschaftsräume.
Für die jüngere Geschichte muss man unter die Erde. Bunk'Art belegt einen der Schutzräume, die während der Diktatur gebaut wurden, als Albanien fast völlig von der Welt abgeschottet lebte. Diese Räume sind heute, zusammen mit den unzähligen über das Land verstreuten Bunkern, ein Museum für Kunst und historisches Gedächtnis. Danach geht es an den Tisch: Fërgesë aus Tirana, Paprika, Tomaten und lokaler Weißkäse, im Tontopf gebacken. Wer vom Balkan kommt, erkennt viele dieser Aromen wieder.
Kruja: ein Basar auf dem Felsen
Nicht weit von der Hauptstadt erhebt sich Kruja auf einem Felsmassiv über der albanischen Ebene. Sein Herz ist der alte osmanische Basar mit Kopfsteinpflastergassen und Holzläden voller handgewebter Teppiche, Kupfergeschirr, Silberfiligranschmuck und Antiquitäten. Der Anstieg führt zur mittelalterlichen Burg und zum Museum für Skanderbeg, die zentrale Figur der albanischen Nationalgeschichte. Von den Terrassen über dem Basar reicht der Blick bei klarem Wetter bis zur Adria. Hier kann man auch eine Çifteli kaufen - ein traditionelles Instrument mit nur zwei Saiten, der Klang, der das Land prägt.
Durrës: ein Amphitheater am Meer
In Durrës lebt die Antike direkt neben der Strandpromenade und den Stränden. Der größte Schatz ist das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert, erbaut unter Kaiser Trajan. Die Stadt ist ein guter Halt für ein langes Mittagessen mit Blick auf den Horizont - gegrillter Adriafisch, Wolfsbarsch oder Dorade, Olivenöl und Saisongemüse.
Berat: die Stadt der tausend Fenster
Wenn Durrës aufs Meer blickt, ist Berat dafür gemacht, vom anderen Ufer des Flusses Osum aus betrachtet zu werden. Das Wasser teilt die Stadt in die Altstadtviertel Mangalem und Gorica, und die osmanischen Häuser klettern mit weißen Fassaden und großen Holzfenstern den Hang hinauf - daher der Beiname „Stadt der tausend Fenster“. Berat steht unter UNESCO-Schutz und ist bei Sonnenuntergang am schönsten, wenn die Mauern rosa, violett und golden werden. Das Kopfsteinpflaster führt zur befestigten Zitadelle, in der noch immer gewohnt wird - zwischen byzantinischen Kirchen und kleinen Häusern. Abends gibt es in den Tavernen Tavë kosi: Lamm, Joghurt, Reis und Ei, im Tongefäß gebacken.
Gjirokastra: die Stadt aus Stein
Die Reise geht weiter nach Gjirokastra, an den Hängen des Drino-Tals gebaut und ebenfalls unter UNESCO-Schutz. Die Stadt sieht aus, als sei sie aus einem einzigen Material errichtet - Stein. Dächer aus Steinplatten reflektieren das Licht über steilen Kopfsteinpflastergassen, dazwischen stehen die alten osmanischen Turmhäuser, die im 18. und 19. Jahrhundert einflussreichen Familien gehörten. Im alten Basar pflegen Werkstätten noch das Handwerk mit Textil und Stein. Die lokale Spezialität sind Qifqi, kleine Reisbällchen mit Minze, schwarzem Pfeffer und Ei.
Das Blaue Auge: eine Quelle voller Legenden
Zwischen Bergen und Wäldern liegt Syri i Kaltër, das Blaue Auge. Die Quelle sprudelt aus der Tiefe und bildet eine riesige natürliche Pupille: in der Mitte tiefblau, zu den Rändern hin türkis und grün. Die Kraft, mit der das Wasser hervorquillt, hat Legenden über seine Tiefe und über Versuche, sie zu erforschen, hervorgebracht. In kleinen Holzrestaurants am Fluss gibt es Petulla, frittierten Teig mit Weißkäse und wildem Honig - näher an unseren Mekici, als man erwarten würde.

Saranda und Ksamil: ein Mittelmeer, das an die Karibik erinnert
Am Ionischen Meer ändert sich die Szenerie völlig. Saranda ist das Eingangstor zur albanischen Riviera, mit Promenade, Palmen und Restaurants direkt am Wasser. Doch in Ksamil erreicht die Landschaft ihren Höhepunkt: kleine Buchten mit weißem Sand, klares Wasser und ein paar Inselchen vor der Küste, weshalb man es die „albanische Karibik“ nennt. Die Inselchen erreicht man mit dem Boot oder Kajak, am schönsten bei Sonnenuntergang. Auf dem Tisch: frittierte Tintenfische, gegrillter Oktopus und Muscheln aus der Salzlagune bei Butrint.
Butrint: ein Abschluss zwischen Ruinen und Natur
Wenige Minuten von Ksamil entfernt liegt der Nationalpark Butrint, ebenfalls UNESCO-Welterbe, mit Überresten aus hellenistischer, römischer, byzantinischer und venezianischer Zeit. Römisches Theater, Basiliken, Mauern und Befestigungen liegen eingebettet in einen Wald an einer Salzlagune, im Schatten von Eukalyptus und Steineichen. Ein perfekter Abschluss für eine Route, die alle Gesichter Albaniens gezeigt hat. Zum Dessert: Trileçe, Biskuit, getränkt in drei Sorten Milch, mit Karamellguss.
Albanien überzeugt nicht mit großen Effekten, sondern mit Kontrasten: eine monumentale Moschee in einer Hauptstadt im Wandel, eine mittelalterliche Festung über einem Basar, Ruinen versteckt zwischen Bäumen. Wie viele von denen, die jeden Sommer auf dem Weg zum Ionischen Meer hindurchfahren, haben wenigstens einmal in Berat angehalten?
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