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Schwarzer Rauch aus „Železara“, Krankschreibungen unter Polizeiaufsicht, 231 Beweise im „Lotterie“-Prozess, Angreifer eines Arztes ohne Haft

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Schwarzer Rauch aus „Železara“, Krankschreibungen unter Polizeiaufsicht, 231 Beweise im „Lotterie“-Prozess, Angreifer eines Arztes ohne Haft

Schwarzer Rauch über Skopje, und für das Lager ist niemand zuständig

Am Dienstagnachmittag stieg über dem Gelände des früheren Stahlwerks „Železara“ eine dichte schwarze Rauchsäule auf, die bis nach Novo Lisiče zog. Laut dem Krisenmanagementzentrum brannte im Industriegebiet ein Lager für Farben und Lacke. Die Bürgerinitiative „Zelen human grad“ fordert Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und eine sofortige Kontrolle durch die Umweltinspektion. Die Farbe des Rauchs erklärt, was im Lager war. Sie erklärt nicht, wer es genutzt hat und ob vor dem Brand je ein Inspektor dort war.

Krankschreibungen werden kontrolliert, bevor es ein Gesetz dafür gibt

Der Staat kündigt Kontrollen von Krankschreibungen an der Wohnadresse an, mit dem Innenministerium als Partner. Hausärzte sollen Krankschreibungen künftig nur noch bis zu fünf statt sieben Tagen selbst ausstellen. Der bisher konkreteste Beleg für Missbrauch stammt ausgerechnet aus dem Innenministerium: Von 80 überprüften Beschäftigten gab es bei 29 Unregelmäßigkeiten. Der Gesundheitsminister räumte dennoch ein, dass die Kontrolle des Aufenthalts eines Kranken bis heute gesetzlich nicht geregelt ist. Erst kontrollieren, dann das Gesetz?

„Lotterie“-Prozess: 231 Beweise, keine einzige Nachricht zwischen Grubi und Bajrami

Die Anklage hat im Prozess um die „Staatslotterie“ alle 231 Sachbeweise vorgelegt. Darunter findet sich, zumindest bisher, kein einziges Gespräch und keine Nachricht zwischen dem früheren ersten Vizepremier Artan Grubi und dem früheren Direktor Perparim Bajrami. Die Anklage stützt sich nicht auf Nachrichten, sondern auf die Regierungssitzung vom 6. Juni 2023. Der Schaden ist in der präzisierten Anklage von rund 8,2 auf rund 9,7 Millionen Euro gestiegen. Die Verteidigung sagt, man habe auf Anweisung der Regierung gehandelt. Die Anklage sagt, genau das sei das Problem - die Regierung habe etwas beschlossen, wofür sie nicht zuständig war. Beide Seiten zeigen am Ende auf denselben Tisch.

Ein Arzt mit gebrochenem Wirbel, der Angreifer auf freiem Fuß

Ein Mann betrat eine private gynäkologische Praxis in der Poliklinik „Bukurešt“ in Karpoš, bedrohte den Arzt, griff ihn dann an und brach ihm einen Halswirbel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Gewalt“ und beantragte keine Haft, nur Auflagen. Der Arzt sagt, dem Angriff sei eine Reihe von Drohungen vorausgegangen. Die Ärztekammer erinnert daran, dass ein Angriff auf medizinisches Personal im Dienst als Angriff auf eine Amtsperson gilt. Was passiert mit Drohungen, bevor daraus Schläge werden?

Weniger Verkehrstote, aber nicht weniger Schwerverletzte

Von Januar bis August starben 62 Menschen auf Mazedoniens Straßen, gegenüber 96 im Vorjahreszeitraum. Ein Rückgang um 35 Prozent, den das Innenministerium zu Recht hervorhebt. Eine Zahl aus derselben Mitteilung passt nicht ins Bild: 690 Schwerverletzte, gegenüber 686 im Vorjahr, obwohl es weniger Unfälle mit schweren Verletzungen gab. Eine Erklärung dafür gibt es nicht.

Skopje verspricht Kameras, die Müllwagen stinken

Die Stadt verspricht Videoüberwachung an 30 Standorten bis Neujahr gegen wilde Deponien und Vandalen. Gekauft sind die Kameras noch nicht. Die in der Straße „Orce Nikolov“, vor fünf Jahren montiert, funktionieren nicht. Gleichzeitig klagen Anwohner, dass die Lastwagen von „Komunalna higiena“ Gestank durch die Stadt ziehen. Das Unternehmen verlangt von den Bürgern doppelte Müllbeutel.

Kredite, Auslandsschulden und Pauschalbesteuerte

Kredite wachsen schneller als Ersparnisse: 13,6 Prozent in einem Jahr, Wohnungskredite sogar 16,2 Prozent. Die Nettoauslandsverschuldung liegt bei 4,76 Milliarden Euro, der Nettoauslandsvermögensstatus bei minus 8,99 Milliarden - und das Minus ist in nur drei Monaten um 134 Millionen Euro gewachsen. Bei den Pauschalbesteuerten kam die versprochene „Erleichterung“ als Mahnungen für eine Pflicht, die es nicht gibt. Die Handwerkskammer fordert das alte System zurück.

Das Verfassungsgericht und der Berichterstatter aus Brüssel

Das Verfassungsgericht ließ mit 5:3 die Regeln zum Geld für Wahlwerbung unangetastet, obwohl sein eigener Präsident sie für verfassungswidrig hält. Präsidentin Siljanovska-Davkova zitierte vor dem Berichterstatter des Europäischen Parlaments den EU-Vertrag und erinnerte daran, dass die Verhandlungen nach allen Kompromissen noch nicht einmal begonnen haben. Die Antwort war die alte Formel - „freundschaftliche Schritte von beiden Seiten“.

Bitola und Prilep: Feierlichkeiten ohne Zahlen

In Bitola wurde der Grundstein für einen zweiten „Lidl“ gelegt. Quadratmeter und Parkplätze wurden bis zum letzten bekanntgegeben. Wie viele Menschen eingestellt werden und was die Investition kostet, sagte niemand. Der australische Botschafter hörte in Prilep und Bitola Angebote über ein „günstiges Geschäftsklima“. Das einzig Konkrete aus den Treffen ist ein Kleinförderprogramm für Vereine.

Der Balkan vor der UNO, Kiew unter Beschuss

Der Balkan hat seinen Streit bis vor die Generalversammlung in New York getragen. Vučić griff Kroatien an und suchte die Rettung der internationalen Ordnung bei Trump. Plenković sagte Serbien, dass Ehrungen für Mladić und die EU nicht zusammenpassen. Trump empfing Xi Jinping derweil mit rotem Teppich und zwei Bombern über der Landebahn.

Russland griff Kiew am helllichten Tag an. Ein Mensch wurde getötet, acht verletzt, zwei große Internetanbieter fielen aus, die Stadtbahn stand still. Der Balkan weiß, wie eine Stadt aussieht, die sich auf einen Kriegswinter vorbereitet.

Sport: Der Herbst beginnt

Mazedonien startet in Skopje gegen eine ausgedünnte Schweiz in die Nations League. Der Handball will die EHF EURO 2034, Ohrid verteidigt den Europatitel, und Vardar erzielte 44 Tore. Im Basketball beginnt die Saison am Samstag in Kumanovo, und MZT spielt alle 80 Stunden.

Der schwerere Teil des Tages hat dieselbe Form: Institutionen kündigen an, Antworten warten. Wem gehörte das Farbenlager, nach welchem Gesetz werden Kranke kontrolliert, warum sitzt der Angreifer eines Arztes nicht in Haft und was wirkt auf den Straßen tatsächlich - diese Fragen hat der Tag offen gelassen.

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