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Rivian liefert dank des R2 in drei Monaten rekordverdächtige 19.248 Fahrzeuge aus: Dasselbe Modell wurde bereits zweimal zurückgerufen

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Rivian liefert dank des R2 in drei Monaten rekordverdächtige 19.248 Fahrzeuge aus: Dasselbe Modell wurde bereits zweimal zurückgerufen

Rivian hat im dritten Quartal 19.751 Fahrzeuge produziert und 19.248 ausgeliefert - mehr als je zuvor und rund 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie viele davon R2 waren, der günstigere SUV, der im Juni in den Verkauf ging, sagte das Unternehmen nicht. Doch es ist das erste volle Quartal mit ihm, es ist also nicht schwer zu erraten, was den Unterschied gemacht hat. Die vollständigen Finanzergebnisse kündigt es für den 29. Oktober an.

Der R2 startet derzeit bei knapp unter 60.000 Dollar (rund 51.000 Euro), später sollen Versionen um 45.000 Dollar (rund 38.000 Euro) folgen. „Günstiger“ nach amerikanischen Maßstäben also - wie günstig klingt das vom Balkan aus? Rivian hofft, bis Jahresende zwischen 20.000 und 25.000 R2 zu verkaufen. Gelingt das, wäre er eines der am schnellsten verkauften Elektroautos der US-Geschichte, nur übertroffen vom Model Y von Tesla. Insgesamt peilt das Unternehmen in diesem Jahr 65.000 bis 70.000 Fahrzeuge an - sein bestes Jahr, nach mehreren Jahren, in denen der Absatz bei etwa 50.000 stagnierte.

Nun die andere Hälfte der Geschichte. Rivian hat den R2 wegen Schrauben an der Hochvoltbatterie zurückgerufen, die möglicherweise nicht fest genug angezogen sind - ein Defekt, der während der Fahrt zu Leistungsverlust führen kann. Betroffen sind etwa 14 Fahrzeuge, alle bereits in der Werkstatt, die Reparatur ist kostenlos. Laut Unterlagen an die US-Verkehrssicherheitsbehörde bemerkte ein Arbeiter im Werk in Normal, Illinois, den Defekt am 17. September: Eine automatische Station an der Linie hatte die Schraube nicht vollständig angezogen. Es ist der zweite Rückruf für den R2 - der erste im vergangenen Monat betraf die Sicht der Rückfahrkamera und wurde per Software-Update behoben.

Das Unternehmen sagt, es seien keine Unfälle oder Verletzten bekannt. Ein Besitzer schreibt allerdings auf Reddit, die Werkstatt habe ihm gesagt, er solle sofort aufhören zu fahren, und sein Fahrzeug sei abgeschleppt worden.

Vierzehn Fahrzeuge sind keine Katastrophe. Doch genau solche Kleinigkeiten kosten viel, wenn das ganze Geschäft an einem Modell hängt. Rivian verliert seit Jahren Geld, teils wegen der teuren Infrastruktur, die ein Massenfahrzeug erfordert. Im März verschob das Unternehmen das Ziel, 2027 profitabel zu werden, um mehr in autonomes Fahren zu investieren, und mit Uber hat es einen Vertrag über Robotaxi-Versionen des R2. Parallel baut es ein neues Werk bei Atlanta mit einer Kapazität von bis zu 300.000 Fahrzeugen pro Jahr.

Das günstigere Elektroauto ist ein Versprechen, das die Branche seit Jahren gibt. Rivian liefert es jetzt endlich aus. Die Frage ist, ob schnell genug - und fest genug verschraubt.