20 Schüler in Skopje mit Magenbeschwerden: Vergiftung oder Virus - und die Behörden sind sich uneinig, wer wen informiert hat
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23.04.2026
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12.04.2026
Es gibt Bahnhöfe, durch die man nur hindurchgeht, und einen, in dem man mit erhobenem Kopf stehen bleibt. Der Hauptbahnhof von Antwerpen in Belgien gilt seit Jahrzehnten als der schönste Bahnhof der Welt - und wenn man ihn sieht, lässt sich dieser Titel kaum bestreiten. Die Einheimischen nennen ihn nicht Bahnhof, sondern „Kathedrale der Eisenbahn".
Das Herz des Gebäudes ist eine 75 Meter hohe Kuppel, inspiriert vom Pantheon in Rom. Unter ihr erstreckt sich eine Marmortreppe, eines Palastes würdig, umgeben von Säulen in allen klassischen Stilen - dorisch, toskanisch, ionisch und korinthisch. In den Bau sind über zwanzig Sorten Marmor und Stein eingearbeitet, aus ganz Europa herbeigeschafft, und die zentrale Uhr ist vom Stadtwappen umrahmt.
Der Bahnhof wurde von König Leopold II. am 11. August 1905 eröffnet, nach zwölf Jahren Bauzeit. Der Chefarchitekt war Louis Delacenserie, und die Metall-Glas-Konstruktion über den Bahnsteigen ist das Werk von Ingenieuren, die wussten, dass Schönheit und Funktion sich nicht ausschließen müssen. Acht Ziertürme umgeben das zentrale Gebäude, und die Bleiglasfenster verleihen ihm eher das Aussehen eines Tempels als eines Verkehrsknotens.
Eine spätere Renovierung gab dem Bahnhof vier Ebenen und vierzehn Gleise und bewies, dass alte Schönheit und moderne Funktion unter demselben Dach leben können. Das ist eine Lehre für jeden, der glaubt, das Neue müsse das Alte auslöschen.
Für einen Leser auf dem Balkan, wo Bahnhöfe oft ein Synonym für Verwahrlosung und Verspätung sind, ist Antwerpen fast eine Provokation. Kann ein Bahnhof wirklich der Stolz einer Stadt sein und nicht nur ein Ort, den man so schnell wie möglich verlassen will? Die Belgier entschieden vor über hundert Jahren, dass er es kann - und sie haben bis heute recht.
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