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Der sprechende Mülleimer, der die Bitolaer auf der Promenade anhielt: Die Idee kam aus einem Schweizer Projekt

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Der sprechende Mülleimer, der die Bitolaer auf der Promenade anhielt: Die Idee kam aus einem Schweizer Projekt

Auf der Stadtpromenade in Bitola steht ein sprechender Mülleimer. Der Verein für internationale Jugendzusammenarbeit „Interaktiv” hat ihn als Guerilla-Aktion aufgestellt - mit interaktiven Botschaften direkt an die Passanten, die sie zur korrekten Abfallentsorgung anregen.

Es funktionierte. Bürger jeden Alters blieben stehen, betrachteten die ungewöhnliche Installation und ließen sich auf ihre Botschaft ein. Ein Eimer, der antwortet, wenn man etwas hineinwirft, zieht mehr Aufmerksamkeit als jedes Umwelt-Banner, das je an derselben Promenade hing.

Die Zahlen hinter der Aktion

Die Aktion knüpft an das Umweltprogramm der Gemeinde Bitola für 2026 an. Darin vorgesehen sind eine Strategie zur Entwicklung von Grünflächen mit einem Budget von 1.500.000 Denar sowie die Aufstellung unterirdischer Behälter für Siedlungsabfall, wofür 3.000.000 Denar bereitgestellt wurden.

Viereinhalb Millionen Denar insgesamt für beide Posten. Die Guerilla-Aktion dagegen wurde im Rahmen eines Schweizer Projekts umgesetzt - eines Programms zur Wahlunterstützung, durchgeführt von der Internationalen Stiftung für Wahlsysteme.

Heißt: Das kommunale Programm hat eigene Mittel, aber die innovative Idee, die die Leute tatsächlich zum Stehenbleiben brachte, kam über ein ausländisches Projekt und einen Nichtregierungsverein. Das ist keine Kritik an einer einzelnen Person - es ist ein Muster, das sich im ganzen Land wiederholt. Infrastruktur wird aus dem Haushalt finanziert, Ideen kommen von außen.

Die Frage lohnt sich: Bleibt der Eimer auch nach dem letzten Projekttag auf der Promenade? Guerilla-Aktionen haben ein Ablaufdatum. Die unterirdischen Behälter für drei Millionen Denar bleiben länger - falls sie aufgestellt werden.

Bitola steht, wie jede Stadt hier, vor derselben stillen Wahrheit: Der teuerste Teil der Sauberkeit ist nicht die Ausrüstung, sondern die Gewohnheit. Das eine beschafft man per Ausschreibung. Das andere nicht.