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Ein stilles Steinhaus im Dorf statt Prunk, der von weitem sichtbar ist - der Luxus, den der Balkan längst versteht

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Ein stilles Steinhaus im Dorf statt Prunk, der von weitem sichtbar ist - der Luxus, den der Balkan längst versteht

Während viele dem Prunk nachjagen, den man von weitem sieht, wählte eine Familie das Gegenteil - ein stilles Steinhaus in einem kleinen Dorf, wo der Luxus nicht im Preis liegt, sondern in der Ruhe. In Adrados, in Segovia, richtete ein Paar ein Dorfhaus her, in das es sich aus Madrid zurückzieht, bevor es zum ersten Mal Eltern wird. Die Renovierung leitete die Innenarchitektin Cristina Huerta, die Mutter des Hausherrn.

Die Fassade legt die ganze Philosophie von vornherein dar: Steinbau mit den unverwechselbaren graublauen Fenstern und Türen - das Detail, das das Haus von gewöhnlich zu unvergesslich macht. Das Anwesen besteht eigentlich aus zwei Gebäuden, einem zentralen Hauptbau mit offenem Raum und einem separaten Gästehaus. Die Palette draußen bleibt den Materialien treu: Kalkstein, neutrale Töne, Terrakotta-Akzente und jenes magnetische Graublau, das sich wie eine Signatur wiederholt.

Der Außenbereich ist kein Anhängsel, sondern eine Fortsetzung des Lebens drinnen. Überdachte Terrassen erweitern den Wohnraum zum Hof hin, und der Pool ist als natürliche Wasserfläche geformt, die mit den Kalksteinmauern verschmilzt - kein gläsernes Rechteck, das auf den Rasen geklebt ist, sondern etwas, das schon immer da zu sein schien.

Drinnen ist der Wohnraum das Herz des Hauses: hohe Decken mit dunklen Holzbalken, im Kontrast zu minimalistischen Stahlventilatoren. Der Grundriss ist offen, mit Salon, Küche und Esszimmer zu einem verbunden. Auf dem Esstisch steht ein bewegliches Tafelaufsatz-Stück - ein kleiner Trick der Designerin Huerta, der dem Tisch Leben gibt, ohne ihn zu überladen.

Die Küche ist der Ort, an dem das Haus wirklich lebt - eine große Insel, die sowohl als Arbeitsfläche als auch als Treffpunkt dient. Denn in einem Haus wie diesem ist die Küche kein abseits gelegener Kochbereich, sondern das Zentrum, um das sich jeder Tag dreht. Das ist der Unterschied zwischen einem Haus, das auf dem Foto gut aussieht, und einem Zuhause, in dem wirklich gelebt wird.

Doch die schönsten Details sind die mit einer Geschichte. Ein alter restaurierter Schuhschrank, verwandelt in einen Nachttisch - ein gemeinsames Projekt des Hausherrn und seines Vaters. Eine hölzerne Spielzeug-Seilbahn, die eine Ecke an der Treppe schmückt. Das ist es, was dieses Zuhause warm macht: nicht die teuren Möbel, sondern die Spuren der Menschen, die es gebaut haben. Wie die Besitzerin sagt, ist ihr „größter Lottogewinn, bei der Familie zu sein und das Dorf zu genießen" - ein Satz, den ein Balkan-Leser ohne Übersetzung versteht.