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Trump postet Venezuela erneut als 51. US-Bundesstaat

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Trump postet Venezuela erneut als 51. US-Bundesstaat

US-Präsident Donald Trump hat in seinem Netzwerk erneut ein Bild veröffentlicht: eine Karte des nördlichen Südamerika, auf der das Territorium Venezuelas in den Farben der US-Flagge eingefärbt ist. Die Bildunterschrift ist kurz: einundfünfzigster Bundesstaat.

Klingt das nach einem Scherz, lohnt der Blick auf das, was davor geschah. In diesem Jahr intervenierten die USA direkt in Venezuela - Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden Anfang Januar festgenommen und zum Prozess in die USA gebracht. Delcy Rodríguez legte danach als Übergangspräsidentin den Amtseid ab, Washington beteiligt sich aktiv an den politischen Verhandlungen über die neue Führung. Im Januar schloss die US-Administration zudem den ersten Verkauf venezolanischen Öls im Wert von fünfhundert Millionen Dollar ab.

Wenn der Scherz eine Vorgeschichte hat

Es ist nicht das erste Mal. Trump brachte die Staatlichkeit Venezuelas schon nach dessen Sieg über die USA im Baseball ins Spiel, mit einem Beitrag über den „Staatenstatus" und der Zahl einundfünfzig. Im Januar teilte er außerdem ein Bild, auf dem Venezuela, Grönland und Kanada von der US-Flagge bedeckt sind. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus sprach er mehrfach über die Annexion Grönlands und darüber, Kanada zum einundfünfzigsten Bundesstaat zu machen.

Jedes dieser Beispiele allein lässt sich als Internetprovokation abtun. Zusammengenommen, mit einem festgenommenen Präsidenten und verkauftem Öl dazwischen, sieht das Bild anders aus. Provokation ist gratis, wenn niemand sie in Rechnung stellt.

Der Balkan kennt den Preis von Karten

Trump erklärte, die Partnerschaft zwischen den USA und Venezuela werde „spektakulär" und Venezuela bald wieder „groß und wohlhabend". Die Formulierung ist bekannt - dieselbe wird überall benutzt, wo jemand von innen eingedrungen ist und danach behauptet, er bringe bessere Tage.

In diesem Teil der Welt liest man Karten, auf denen jemand fremdes Territorium umfärbt, nicht als Humor. Der Balkan besitzt eine ganze Bibliothek solcher Karten und weiß, dass sie selten nur Karten bleiben. Die Frage ist deshalb nicht, ob der Beitrag ernst gemeint ist, sondern wer ihn sonst noch sieht und was er daraus schließt.

Wenn das Umzeichnen von Grenzen auf einer Karte ein Social-Media-Beitrag aus dem mächtigsten Kabinett des Planeten sein kann, dann ist die Norm, dass Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden, keine Norm mehr - sie ist ein Vorschlag. Und Vorschläge ändern sich weit leichter als Regeln.