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In 21 von 27 EU-Ländern sterben mehr Menschen als geboren werden: Das leere Klassenzimmer ist keine Abstraktion mehr

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In 21 von 27 EU-Ländern sterben mehr Menschen als geboren werden: Das leere Klassenzimmer ist keine Abstraktion mehr

Elon Musk schrieb auf X, in 21 von 27 Ländern der Europäischen Union stürben mehr Menschen, als geboren werden, und diese Staaten steuerten „längst auf das Aussterben zu". Anlass waren Daten der Financial Times auf Basis von UN-Statistiken, die jahrzehntelang sinkende Geburtenraten in Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea und den USA zeigen.

Die Zahlen sind unstrittig und nicht neu. Die Fertilitätsrate in der EU fiel 2024 auf 1,34 Kinder pro Frau - historischer Tiefstand, während für die einfache Bestandserhaltung rund 2,1 nötig wären. In jenem Jahr wurden in der Union 3,55 Millionen Kinder geboren. 1964 waren es 6,8 Millionen. Fast halbiert, in sechzig Jahren.

Die Folgen sind keine Prognose mehr, sondern eine Beschreibung der Gegenwart. Japan, China, Italien und weite Teile Mittel- und Osteuropas verlieren Bevölkerung. Frankreich verzeichnete erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs mehr Todesfälle als Geburten. In Südkorea, wo die Fertilität auf etwa 0,7 gefallen ist, werden Kindergärten zu Altenheimen und Hochzeitssäle zu Bestattungshäusern. Ein konkreteres Bild ist schwer zu finden.

Warum das kein fremdes Thema ist

Hier gibt es etwas, das man auf dem Balkan nicht erklären muss. Das leere Klassenzimmer ist keine Abstraktion - viele Familien in dieser Region haben es im eigenen Dorf gesehen. Der Unterschied: Die westeuropäische Demografiekrise misst man an der Fertilitätsrate, unsere zusätzlich daran, wie viele weggegangen sind. Das Ergebnis sieht am Ende gleich aus: weniger Kinder, mehr leere Bänke.

Und hier stellt Musk, der seit Jahren vor niedrigen Geburtenraten als einer der größten Gefahren für die Zivilisation warnt, das Problem korrekt, schließt es aber zu früh ab. Die Zahlen stimmen. Was er auslässt: Ein Kind zu bekommen ist heute ebenso eine ökonomische wie eine persönliche Entscheidung - Miete, Arbeitszeiten, Kita-Kosten, ob überhaupt jemand zu Hause sein kann. Länder, die es mit einer Einmalzahlung fürs dritte Kind versuchten, haben das auf die harte Tour gelernt.

Eines ist dennoch klar: Seit 2012 ist das natürliche Wachstum in der Union negativ, die Gesamtbevölkerung steigt allein durch Zuwanderung. Genau jene Staaten also, die darüber streiten, wie sie ihre Grenzen dichtmachen, existieren rechnerisch nicht ohne die Menschen, die durch diese Grenzen kommen. Hat irgendjemand, der diesen Streit führt, die Rechnung zu Ende geführt?