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Ungarn zahlt Dieselfahrern 13 Euro im Monat: eine Tankfüllung, verteilt auf vier Monate

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Ungarn zahlt Dieselfahrern 13 Euro im Monat: eine Tankfüllung, verteilt auf vier Monate

Ungarn wird Besitzern von Dieselfahrzeugen bis Jahresende monatlich 5.000 Forint zahlen - rund 13 Euro. Die Maßnahme gilt für Personenwagen mit Dieselmotor bis 110 Kilowatt, also etwa 150 PS, und die Gesamtsumme je Fahrzeug liegt bei etwa 50 Euro für vier Monate.

Das Parlament beschloss sie mit 123 Ja-Stimmen, 32 Gegenstimmen und neun Enthaltungen. Die Regierung schätzt, dass fast eine Million Fahrzeuge anspruchsberechtigt sein werden. Die meisten Halter müssen keinen einzigen Antrag stellen - die Steuer- und Zollverwaltung verfügt bereits über die Zulassungsdaten und ermittelt die Empfänger selbst. Die ersten Auszahlungen werden im Oktober erwartet.

Premierminister Peter Magyar erklärte, die Summe solle die Differenz zwischen dem früher geschützten Dieselpreis und dem heutigen Marktpreis decken, berechnet auf eine durchschnittliche Tankfüllung pro Monat. Anfang September kostete Diesel in Ungarn im Schnitt rund 675 Forint pro Liter - etwa 1,9 Euro - und damit weniger als in Polen, Tschechien und der Slowakei.

Warum der Preis überhaupt stieg

Die Gründe sind nicht ungarisch. Der Krieg, die Behinderungen im Seeverkehr im Nahen Osten, russische Exportbeschränkungen und fehlende Raffineriekapazitäten treiben Diesel weltweit nach oben. Ungarn hat zudem ein eigenes Problem - die verringerte Kapazität der MOL-Raffinerie an der Donau nach dem Brand im Oktober.

Anfang des Jahres ging die Vorgängerregierung einen anderen Weg und fror die Preise ein: Benzin bei 595 Forint je Liter, Diesel bei 615. Die aktuelle Regierung lehnte diesen Schritt ab und entschied sich für eine Direktzahlung, mit der Begründung, breite Preisdeckel schüfen Versorgungsprobleme. Der Ökonom Viktor Zsiday kritisiert die Logik aus einem anderen Blickwinkel - öffentliches Geld fließt an Autobesitzer, bezahlt wird es auch von jenen, die einen Benziner fahren, den Nahverkehr nutzen oder Rad fahren.

Beide Kritiken treffen gleichzeitig zu, und das ist der interessanteste Teil dieser Maßnahme. Ein Preisstopp leert die Regale, eine Direktzahlung verteilt die Rechnung auf jene, die keinerlei Nutzen davon haben. Es gibt keine saubere Option - nur die Wahl, welche Kosten sichtbar werden und welche im Haushalt verborgen bleiben. Wenn das nächste Mal ein Politiker in dieser Region verspricht, die Spritpreise „in Ordnung zu bringen“, lohnt die Frage, welche dieser beiden Rechnungen er vorschlägt.