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Ein Haus von 1968, nach Farben geordnet, mit rundem Drehbett und rosa Fitnessraum mit Geräten aus den Siebzigern

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Ein Haus von 1968, nach Farben geordnet, mit rundem Drehbett und rosa Fitnessraum mit Geräten aus den Siebzigern

Auf einem der Hügel über Los Angeles steht ein Haus, in dem die Regeln der Realität offensichtlich nicht gelten. Eine rosa Fassade, Eiben vor dem Eingang, in Herzform geschnitten, eine als Spinne. Drinnen: ein Schlafzimmer mit rundem Drehbett und Spiegeln an der Decke, ein Bad in rosa Kunstleder mit einer Wanne, inspiriert von der legendären Jayne Mansfield, drei Kleiderschränke voller Vintage-Kleidung, Motorräder, Oldtimer und vom Flohmarkt gerettete Möbel. Die Fotografin Jamie Nelson hat kein Haus dekoriert - sie hat eine Welt gebaut.

Das Haus stammt von 1968, gebaut im Stil Hollywood Regency, und die Zimmer sind nach Farben geordnet. Es ist nicht nur ein Zuhause: Dort wird gedreht. Werbespots, Musikvideos, Fernsehproduktionen und Modekampagnen mit einigen der größten Namen. Nelson hat Stars wie Gwen Stefani, Paris Hilton, Megan Thee Stallion, Carmen Electra und Drew Barrymore fotografiert.

„Mein Haus ist wahrscheinlich das beste Abbild dessen, wer ich bin“, sagt sie. „Es ist mein Zuhause, aber auch ein Produktionsort, der sich für Drehs verwandelt.“ Wenn sie freie Zeit hat, fährt sie Motorrad oder bewegt sich im klassischen rosa Mustang Cabrio durch die Stadt. Die Wochenenden verbringt sie auf Flohmärkten und Garagenverkäufen, auf der Suche nach alten Gegenständen, die entweder im Haus oder auf einem Foto landen.

Das Lieblingszimmer ist das rosa Schlafzimmer. „Es ist, als würde man in eine andere Welt treten“, sagt sie. „Ich habe drei Schränke voller bunter Vintage-Kleidung und Stücke mit meinen Initialen.“ Das runde Drehbett und die Deckenspiegel verbinden den Glamour des alten Hollywood mit Rock'n'Roll. Das Bad, mit rosa Kunstleder ausgekleidet, macht aus der gewöhnlichen Routine des Fertigmachens etwas Theatralisches.

Rosa Fitnessraum mit Retro-Geräten und Vintage-Stühlen mit Trockenhaube

Das Wohnzimmer läuft in Rosa- und Rottönen. Dort hat sie originale Elemente aus den Sechzigern und Siebzigern, die sie im Haus vorfand - ein zottiger Shag-Teppich, ein Samtsofa, Messingdetails -, mit einer filmischen Ästhetik kombiniert. Es gibt auch ein rosa Klavier und ein personalisiertes Akkordeon. In Küche und Esszimmer dominieren Gelb, Grün und Gold, und die Stühle um den Tisch haben die Form von Händen.

Doch hinter all dieser Fantasie steht keine Kindheit voller Privilegien. Im Gegenteil. Geboren in Texas, aufgewachsen in Colorado, großgezogen von einer alleinerziehenden Mutter, die ihr eine prägende Lektion mitgab: Kreativität ist weit mehr wert als Geld.

„Meine Mutter ist meine größte Inspiration“, sagt Nelson. „Sie war alleinerziehend und hat mich mit Kreativität statt mit Geld großgezogen. Wir hatten nicht viel, aber sie brachte mir bei, dass Fantasie, Entschlossenheit und Findigkeit einen viel weiter tragen als materielle Dinge.“

Pool mit rosa Schwimmreifen, Fransenschirmen und Liegen

Der Weg begann mit einem Fotokurs an einer Highschool in Colorado. Sie studierte am Brooks Institute of Photography in Santa Barbara, zog dann nach New York und verbrachte dort elf Jahre mit dem Aufbau ihrer Karriere. Jene Wohnung, sagt sie, war im Grunde ein einziges riesiges Fotostudio - kein einziges Bild an den Wänden, fast keine Dekoration. „Es war nicht wirklich ein Zuhause.“ New York bedeutete für sie Überleben und Ehrgeiz; Los Angeles bedeutet Freiheit und ein Leben, das sie sich hart erarbeitet hat.

Der häufigste Irrtum über sie sei, dass sie aus einer reichen Familie stamme - wegen der bunten Welt, die man auf ihren Fotos sieht. Der zweite, ihr Stil sei Aufmerksamkeitssuche. „Für mich ging es nie darum, aufzufallen, um aufzufallen. Es ist der authentischste Ausdruck dessen, wer ich bin.“

Das ist der Unterschied zwischen „sie will auffallen“ und „so gefällt es ihr“, und er lässt sich nicht leicht ziehen. Nelson sagt, sie habe Jahre gebraucht, um aufzuhören, fremde Erwartungen erfüllen zu wollen, und sich dem zuzuwenden, was sie wirklich interessiert. Erst danach kam die Sicherheit.

Zum Schluss wird sie gefragt, worauf sie am stolzesten sei. Nicht auf ein Cover, nicht auf eine Kampagne. „Die größte Leistung ist nicht ein Foto oder ein Preis. Es ist, dass ich ein Leben geschaffen habe, in dem meine Fantasie mein Beruf wurde und mein Zuhause eine Leinwand für Fantasie.“ Das Haus ist also keine Kulisse für die Arbeit. Es ist die Arbeit.