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Die Vodno-Seilbahn, die Prüfung beim Stromerzeuger, das Thaci-Urteil und der Bebauungsplan Barutana: eine Woche, in der jede Institution ihre eigene Version hatte

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Die Vodno-Seilbahn, die Prüfung beim Stromerzeuger, das Thaci-Urteil und der Bebauungsplan Barutana: eine Woche, in der jede Institution ihre eigene Version hatte

Die Seilbahn auf den Vodno: zwei Prüfungen, zwei gegensätzliche Befunde

Im August vergangenen Jahres stellte eine staatliche Prüfung der Skopjer Seilbahn fest, es gebe keine technischen Mängel. Diese Woche erfuhren wir, dass drei von vier Sicherheitssensoren ausgefallen waren, die Seile beschädigt und die Gummiteile so abgenutzt, dass die Gondeln schepperten. Der Befund stammt vom österreichischen Hersteller, derselben Firma, die die Anlage gebaut hat. Ihre Techniker forderten die sofortige Stilllegung. Der Bürgermeister sagte einen Satz, den man zweimal lesen sollte: die Anlage stand am Rand einer Tragödie.

Zwischen beiden Befunden ist nichts passiert, was die Lücke erklären würde. Seile verschleißen nicht über Nacht, Sensoren fallen nicht alle gleichzeitig aus. Also haben entweder beide Prüfungen nicht dasselbe gemessen, oder eine hat gar nicht gemessen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Die Stadt sucht nun eine Firma zur Schadensbewertung und erklärt die Verantwortung zur Sache der Ermittlungsbehörden. Verantwortung wird tatsächlich so festgestellt. Die Frage, was im August konkret geprüft wurde, braucht aber keine Ermittlung. Sie braucht ein Dokument.

Derselbe Berg, dieselbe Woche: der Plan gegen den eigenen Plan

Die Gemeinde Centar hat einen eigenen lokalen Energie- und Klimaplan. Darin steht, dass die Bebauung der Vodno-Hänge Erosion, Sturzfluten und Hangrutschungen auslösen kann. Dieselbe Gemeinde bringt nun einen Bebauungsplanentwurf für Barutana durch, ohne abgeschlossene hydrologische, hydrogeologische und geotechnische Analysen. Beide Dokumente sind ihre eigenen. Abgestimmt wird nur über eines.

Die Zahlen erklären die Beunruhigung besser als jede Erklärung. Der Generalplan erlaubt dort 6.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Der Entwurf sieht 29.000 vor. Von 9.500 Quadratmetern vorgesehener Grünfläche bleiben 268. Das Gelände weist 80 Meter Höhenunterschied auf. Dass ein Stempel auf einem solchen Papier keine Formalie ist, zeigte sich erneut in Karpos, wo Bedienstete einen Auszug aus einem Plan ausstellten, den das Verfassungsgericht bereits 2018 aufgehoben hatte - nachdem derselbe Antrag zuvor zweimal abgelehnt worden war.

Die Prüfung: ordnungsgemäß bezahlt, nie benutzt

Der staatliche Rechnungshof hat die Vergabeprüfung beim nationalen Stromerzeuger abgeschlossen. Der Befund ist konkret. Ein Gasmotor für 2,48 Millionen Euro, der nie in Betrieb ging, ein Additiv für 2,29 Millionen, dessen Haltbarkeit ablief, verlagerte Ausrüstung für 1,72 Millionen, die nie eingesetzt wurde. Fast 6,5 Millionen Euro für drei Posten, die keine einzige Kilowattstunde erzeugt haben. Der Beschaffungsplan wurde in einem Jahr 19-mal geändert. Wer einen Plan so oft ändert, hat keinen Plan mehr.

Derselbe Mechanismus zeigt sich anderswo. Der Staat zahlte 64,4 Millionen Euro aus arbeitsrechtlichen Urteilen, und 95 Prozent davon nicht freiwillig, sondern über Gerichtsvollzieher. Fast die Hälfte der Summe sind Zinsen und Kosten, entstanden allein durch verspätete Zahlung. Eine einzige Haftanstalt gab dafür rund ein Fünftel ihres Budgets aus. Dagegen gestellt: die beiden öffentlichen Ausschreibungen für die gesamte mazedonische Industrie umfassen sieben Millionen Denar, etwa 114.000 Euro, genug für rund zwanzig Unternehmen.

Die Landwirtschaft lieferte in derselben Woche zwei Versionen derselben Ernte. Der Minister erklärt, der Traubenankauf laufe reibungslos, und hat Zahlen dafür, während die Winzer in Tremnik sagen, Vranec werde überhaupt nicht abgenommen. In Prespa fiel der Industrieapfel auf 4 Denar je Kilo bei Produktionskosten von etwa zehn. Schwächere Ernte, halbierter Preis. Das folgt keiner ökonomischen Logik, aber sehr wohl der Frage, wer die Zahl nennt.

Das Tempo hängt davon ab, wer fragt

Als jemand den Premierminister auf Instagram bedrohte, folgten binnen Tagen Anzeige, Anklage und Untersuchungshaft, ohne dass der Premier selbst Anzeige erstattet hätte. Die Polizei handelte von Amts wegen, was ihr Recht und ihre Pflicht ist. Dieser Mechanismus wurde nicht für diesen Anlass erfunden und gilt für jeden Bürger. Die Frage ist nicht, warum er griff. Sondern warum nur manchmal.

Denn in derselben Woche schilderte eine Krankenschwester mit zehn Dienstjahren, wie sie blutend von Ohrid über Struga bis Skopje um eine Untersuchung bat und die Schwangerschaft in der 24. Woche verlor - und die Kommission nahm ihre Arbeit erst auf, nachdem sie an die Öffentlichkeit ging. Die Familie von Ljupco fragt nach einem Monat, warum sein Name nicht einmal auf der offiziellen Vermisstenliste des Innenministeriums steht - eine Veröffentlichung, die weder Budget noch Ausschreibung noch Sitzung erfordert. Im Kocani-Prozess sagte eine Inspektorin aus, sie habe 2023 vom Betreiber des Clubs „Puls“ die Lizenz verlangt, sie nie erhalten, das im Bericht vermerkt, und der Bericht ging den Dienstweg hinauf. Und dann nichts. Das System funktionierte. Es handelte nur nicht.

Das ist kein Eindruck, das ist messbar. Ein Monitoring ergab, dass zwei von drei Urteilen 2025 nie veröffentlicht wurden, gegenüber 40 Prozent im Vorjahr, bei Verhandlungsterminen zweimal jährlich. Im Innenministerium selbst änderte eine Mitarbeiterin sechs Jahre lang Führerscheinklassen für Menschen, die nie eine Prüfung abgelegt hatten - nachdem ein Gericht sie zuvor schon einmal wieder eingestellt hatte. Das System hatte sie erkannt. Dann holte es sie zurück.

Den Haag: jeder las im Urteil, was er ohnehin dachte

Vor dem Urteil stand auf dem Platz in Pristina eine digitale Uhr, die herunterzählte, unter einem Transparent mit der Forderung, sie für unschuldig zu erklären. Am Mittwoch erhielt Hashim Thaci 25 Jahre wegen Kriegsverbrechen. Das Gericht stellte mindestens 385 rechtswidrig Inhaftierte, 303 Gefolterte und 98 Getötete fest, insgesamt 81 Jahre Haft für die vier Angeklagten, während die Anklagepunkte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht bewiesen wurden.

Dann las jeder dasselbe Dokument anders. Belgrad nannte es eine verspätete Bestätigung und im selben Atemzug die fallengelassenen Punkte ein politisches Manöver. Albaniens Parlament verabschiedete im Eilverfahren eine Erklärung, das Urteil sei zutiefst ungerecht. Washington befand, das Gericht hätte gar nicht verhandeln dürfen. Und Brüssel, die Institution, die dieses Gericht geschaffen hat, sagte nichts. In derselben Woche zählte Marta Kos die Länder auf, die einen Fahrplan in die EU erhalten - Montenegro, Albanien, Moldau, Ukraine - für Mazedonien blieb die Bedingung, die wir auswendig kennen, mit der zweiten Satzhälfte nicht an Skopje, sondern an Sofia gerichtet. Eine Erwartung, keine Garantie.

Die Grenze: die Einschläge kamen an, der Urheber nicht

Eine russische Drohne setzte eine Tankstelle am Grenzübergang nach Polen in Brand, Tage nachdem der polnische Regierungschef öffentlich vor genau solchen Angriffen gewarnt hatte. Die Warnung war richtig. Der Schutz fehlte. Einen Tag zuvor traf eine Drohne einen Zug zwei Kilometer von NATO-Gebiet entfernt, auf einer Strecke, die Stunden vorher europäische Diplomaten befahren hatten. Über Litauen wurde wenige Minuten nach Mitternacht eine Drohne abgeschossen, und ganz Vilnius erhielt eine Warnung aufs Mobiltelefon. Wem sie gehörte, behauptet bislang niemand zu wissen.

Dasselbe Muster wiederholt sich weiter südlich. Ein zweites Munitionsdepot derselben Firma brannte in Bulgarien binnen eines Monats: die Firma spricht von Sabotage, der Minister davon, dass die Kontrollen eine Formalie seien - und die Anlage hatte dieses Jahr sieben staatliche Prüfungen bestanden. Dass keines dieser Ereignisse einen bestätigten Urheber hat, heißt nicht, dass es keinen gibt.

Eine Maßnahme mit Verfallsdatum, und eine Zahl, die die ganze Woche erzählt

Die Regierung senkte die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 18 auf 10 Prozent, und Diesel wurde um rund zwei Denar billiger, Benzin um dreieinhalb teurer. Die Steuer sinkt, das Benzin steigt, und beides stimmt gleichzeitig. Eurosuper BS-95 durchbrach die 100-Denar-Marke, Diesel fiel auf 99 - die Maßnahme gilt aber nur bis zum 28. September, so steht es im Beschluss selbst.

Die klarste Illustration kam aus Belgrad. Die Regierungsliste sammelte 170.000 Unterschriften in drei Stunden, wofür nach der Rechnung eines Anwalts 230 Notare je vier Unterschriften pro Minute hätten beglaubigen müssen, während die Studierenden mit 250 Kandidaten das ganze Wochenende anstanden, weil es nicht genug Notare gab. Verboten hat niemand etwas. Der Schalter arbeitete für die einen einfach langsamer.

Hinter jeder dieser Geschichten steht ein ordentliches Dokument: eine Prüfung vom August, ein Klimaplan, ein Beschaffungsplan, ein Inspektionsbericht, eine Rechtsnorm zum Handeln von Amts wegen. Nichts davon fehlte. Es fehlte jemand, der es liest, solange es noch etwas bedeutet.