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12.04.2026
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat erklärt, dass er im kommenden Monat in China sein wird - bei einem Staats- und Offiziellbesuch, der fünf bis sechs Tage dauern wird. Laut Vučić wird der chinesische Präsident Xi Jinping im selben Zeitraum auch Donald Trump und Wladimir Putin empfangen. Das heißt: In Peking treffen sich innerhalb eines Monats die Präsidenten dreier Länder, die die gegenwärtige Weltordnung definieren.
Vučić beschrieb diesen Besuch als „den wichtigsten seiner politischen Karriere". Die Themen: Robotik, künstliche Intelligenz, militärtechnische Zusammenarbeit, Infrastruktur und Bildungsreform. Das ist keine kurze Liste. Das ist ein komplettes Paket zur Neuordnung der serbischen Außenbeziehungen.
Bei derselben Veranstaltung warf Vučić den provokantesten Satz hin: „Heute hätten wir, womit wir in den Krieg ziehen könnten, aber ich will keinen Krieg, weil ich den Bürgern Frieden versprochen habe." Eine Aussage mit zwei zentralen Unterstreichungen. Erstens, die Bestätigung, dass Serbien mit den neu beschafften Mitteln deutlich besser bewaffnet ist als 1999, als die NATO Jugoslawien bombardierte. Zweitens, dass diese Stärke als Option existiert, nicht als Szenario.
Von welcher Bewaffnung spricht Vučić? Nach seinen Worten hat Serbien erhebliche Mengen an Waffen und militärischer Ausrüstung gekauft, einschließlich mächtiger Waffen aus Israel. Ein wichtiges Detail. Israel hat im letzten Jahrzehnt Drohnen, Luftabwehrsysteme und Geräte der elektronischen Kampfführung an Serbien verkauft. Gleichzeitig hat Serbien Militärfahrzeuge aus China und Systeme aus Russland gekauft. Das ist eine Strategie der „diversifizierten Bewaffnung" - kaufe aus allen Richtungen, hänge von keiner ab.
Kosovo ist wieder „am Verhandlungstisch", sagt Vučić. Er gibt keine Details preis, bestätigt aber, dass Gespräche stattfinden. Aus Balkan-Sicht heißt das: Der Status Kosovos - 17 Jahre nach der einseitig erklärten Unabhängigkeit - bleibt im serbischen politischen Vokabular eine offene Frage. Kein serbischer Präsident kann eine Anerkennung versprechen und Präsident bleiben.
Was bedeutet das für den Balkan? Vučić positioniert Serbien als zentralen Akteur. Mit China in zwei Wochen, mit Russland und Trump im selben Umfeld, mit Israel als militärischem Partner. Mazedonien, Albanien, Nordmazedonien und Bosnien - alles kleine Spieler in dieser Geometrie. Vučić schafft die Illusion, mit allen gleichzeitig zu reden - eine Strategie, die kurzfristig Einfluss bringt und langfristig Unberechenbarkeit.
Die Frage nach der Absicht hinter „wir hätten, womit wir in den Krieg ziehen könnten, aber wir wollen es nicht": Warum ist es ihm wichtig, das gerade jetzt zu sagen? Es ist eine Botschaft an Kosovo, an Bosnien (besonders nach der Rhetorik um die Republika Srpska) und an Albanien. Keine direkte Drohung - das wäre dumm und kontraproduktiv. Aber eine „Erinnerung", dass Serbien die Kapazität hat. Balkanpolitik geht oft mehr um Tonalität als um Fakten. Und der Ton gestern war: wir sind bereit, wir wollen es nicht, aber wir sind bereit.
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