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220 Bombendrohungen in Kroatien über Gaming-Chats: Minderjährige koordiniert, Schulen im Lockdown

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Die kroatische Polizei hat mindestens drei junge Männer - einer davon minderjährig - wegen einer Welle gefälschter Bombendrohungen an Schulen in Kroatien festgenommen. Die Koordination lief über Gaming-Chats, und die Nachrichten folgten einem ähnlichen Muster in mehreren Städten, mit der "Signatur" einer Terrorzelle.

Die Zahlen sind groß: etwa 220 Bombendrohungen in den letzten 48 Stunden. Schulen in Zagreb wurden gesperrt, Eltern kamen in Panik an, Schüler wurden nach Hause geschickt. Die Polizei arbeitete in mehreren Regionen Kroatiens gleichzeitig, um die Quellen abzuschalten.

Alle diese Nachrichten nutzten Gaming-Kommunikationsgruppen. Nicht WhatsApp. Nicht Telegram. Gaming-Chats - Discord, Steam, viel stärker genutzt bei 12-, 13-, 14-Jährigen. Ein Alter, von dem man nicht erwartet, dass es an einer "koordinierten kriminellen Aktion" beteiligt ist, das aber alle Werkzeuge dafür auf dem eigenen Computer hat.

Dieses Muster ist nicht nur kroatisch. Ähnliche Kampagnen gab es in den letzten zwei Jahren in Serbien und Bosnien-Herzegowina. In Mazedonien ebenfalls - das Universitätsgebäude wurde mehrfach nach anonymen Drohungen geschlossen, die sich später als falsch erwiesen. Wenn es einen Fall gibt, ist das ein Vorfall. Bei 220 in zwei Ländern in einer Woche ist es ein Trend.

Die Frage für Eltern und das Bildungssystem lautet nicht "wann werden sie gefasst". Sondern "warum finden Kinder das lustig oder interessant". Gaming-Kultur überschneidet sich seit Jahren mit Formen von Gewalt, Provokation und falscher Autorität. Wenn eine Gruppe von Kindern den Schulbetrieb eines ganzen Landes lahmlegen kann, sind wir nicht in einem "jugendlichen Vorfall". Wir sind in einer Frage operativer Kapazität.

Auf dem Balkan muss dieses Muster aufmerksam gelesen werden. Nicht weil wir hier keine jüngere Bevölkerung mit Geräten hätten. Sondern weil wir im selben digitalen Umfeld und im selben Risiko stehen. Schließen wir eine Gruppe, öffnet sich eine andere. Wir alle - Schulen, Polizei, Eltern - sind dem Spiel einen Schritt hinterher.