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200.000 Bulgaren in Mazedonien, aber nur 210 haben gewaehlt: Die Zahlen luegen nicht

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Bei den bulgarischen Parlamentswahlen haben in Mazedonien 210 Menschen gewaehlt. Zweihundertzehn - so gross wie ein kleines Dorf. Laut offiziellen bulgarischen Angaben leben jedoch rund 200.000 Menschen bulgarischer Herkunft im Land. Beide Zahlen koennen nicht stimmen.

Die Aufschluesselung nach Staedten ist noch aufschlussreicher: Strumica 62, Ohrid 56, Prilep 52, Skopje 29, Bitola 11. Von 3.504 registrierten Bulgaren in Mazedonien haben 6% gewaehlt. So viel zur "massiven bulgarischen Gemeinschaft".

Es ist nicht das erste Mal, dass Wahlen die Kluft zwischen offizieller Rhetorik und der Realitaet vor Ort offenlegen. Bulgarien behauptet kontinuierlich, eine bedeutende Minderheit in Mazedonien zu haben. Die Wahlen zeigen, dass diese Minderheit - zumindest wenn sie ein Kreuz auf den Stimmzettel setzen muss - minimal ist.

Die niedrige Wahlbeteiligung ist teilweise auf EU-Beschraenkungen fuer Wahllokale im Ausland zurueckzufuehren. Aber selbst mit mehr Wahllokalen ist der Unterschied zwischen 200.000 und 210 zu gross, um ihn allein mit Logistik zu erklaeren. Die Zahlen sprechen fuer sich - und sie erzaehlen eine andere Geschichte als die politische Rhetorik.