Renovierter Park, alter Dreck: Četkar fordert Kameras für den Holländischen Park in Ohrid
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12.04.2026
Im Alter von 53 Jahren ist nach längerer Krankheit Irena Radovanović gestorben - Journalistin der Agentur MIA, eine jener, die mazedonische Politik besser kannten als die Politiker selbst, sich aber nie in die ersten Reihen drängte.
Ihre Karriere ist ein Querschnitt der gesamten mazedonischen Journalismusszene seit der Unabhängigkeit. Sie begann beim Wochenblatt Fokus (1991-2001), dann bei „Vecer" im Innenpolitik-Ressort. Ab 2004 schrieb sie in Nova Makedonija. Andere Redaktionen, in denen sie Spuren hinterließ: Makedonija denes, die Wochenzeitungen Denes und Forum, Dnevnik, Radio Slobodna Makedonija. Seit 2014 war sie bei MIA - dem Agentur-Schreibtisch des mazedonischen Journalismus, Korrespondentin und Analystin für Innenpolitik.
Radovanović war „die stille Chronistin", wie sie Kollegen beschrieben. Sie war kein politischer Star. Keine TV-Stimme. Sie war das, was Agenturarbeit selten honoriert: präzise, diszipliniert, hartnäckig. Tausende Nachrichten, Analysen, Berichte und politische Einordnungen prägten den mazedonischen öffentlichen Diskurs - ihr Name wurde aber selten Teil der öffentlichen Debatten.
Das ist das Paradox des Agenturjournalismus. Auf dem TV-Bildschirm hat man einen Namen. Wenn man für eine Agentur schreibt, werden die Texte gelesen, aber mit Agenturkürzeln gezeichnet. Tausende Politiker wurden in den letzten 25 Jahren von Radovanović zitiert - kaum jemand fragte nach dem Gesicht hinter diesen Texten.
Wenn eine Journalistin wie Irena geht, geht nicht nur ein Mensch. Es verschwindet eine Art von journalistischer Arbeit, die im mazedonischen Medienmarkt seltener wird: Disziplin, Genauigkeit, Hingabe an das Feld der Tagespolitik, ohne Skandalisierung. In einer Ära, in der alle nach Meinung verlangt werden, gibt es immer weniger, die Fakten liefern. Radovanović gehörte zu den Letzteren.
Familie und Kollegen aus MIA, dem Journalistenverband und den Redaktionen, die sie durchlaufen hat, verabschieden sie in stiller Trauer. Und mit der Erinnerung, dass mazedonischer Journalismus trotz allem noch echte Profis hat - auch wenn Institutionen sie nicht erkennen, solange sie noch da sind.
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