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Ein Einreiseverbot, zehn als Antwort: Das neue diplomatische Drama zwischen Belgrad und Podgorica

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Ein Einreiseverbot, zehn als Antwort: Das neue diplomatische Drama zwischen Belgrad und Podgorica

Der Balkan zeigt erneut, dass selbst die kleinste Sache zu einem diplomatischen Drama anwachsen kann. Auslöser ist diesmal ein Einreiseverbot - angeblich verweigerte Montenegro Dragan J. Vučićević, dem Chefredakteur einer serbischen Zeitung, die Einreise. Und aus Belgrad wird laut Quellen bereits eine „scharfe und brutale" Antwort nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit vorbereitet.

Bislang hat keine Seite das Verbot offiziell bestätigt - weder Podgorica noch Belgrad. Doch das hat den Vergeltungsmechanismus nicht davon abgehalten, anzuspringen. Laut Belgrad nahestehenden Quellen würde die Antwort ein Einreiseverbot für mindestens zehn montenegrinische Bürger bedeuten, darunter Medienredakteure und Personen des öffentlichen Lebens. Ein Verbot zieht zehn nach sich - das ist die Arithmetik des balkanischen Trotzes.

Das offizielle Belgrad, heißt es, sieht eine solche Entscheidung als politisch, nicht administrativ - und verlangt deshalb eine Antwort „im gleichen Maße". Die Übersetzung ist einfach: Hier geht es nicht um einen Mann und eine Grenze, sondern um eine Botschaft zwischen zwei Regierungen, die ohnehin schon in angespannten Beziehungen stehen.

Und hier kommt die vertraute balkanische Frage - wer zahlt am Ende für dieses Kräftemessen? Nicht die Redakteure und nicht die Politiker, die aus Verboten Schlagzeilen und Kampagnen machen. Sondern die gewöhnlichen Menschen auf beiden Seiten, denen die Grenzübergänge zu einer weiteren Erinnerung daran werden, dass Nachbarn leichter Mauern errichten, als sie sie niederreißen. Wie oft haben wir denselben Film schon gesehen, nur mit anderen Namen?