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Vučić kündigte seinen Rücktritt in einigen Wochen an - doch zuerst müssen die Wahlen gewonnen werden

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Vučić kündigte seinen Rücktritt in einigen Wochen an - doch zuerst müssen die Wahlen gewonnen werden

Bei einer großen Kundgebung in Belgrad unter dem Titel „Serbien, eine Familie" kündigte Serbiens Präsident Aleksandar Vučić etwas an, das bis vor Kurzem undenkbar klang - dass er innerhalb von einigen Wochen seinen Rücktritt einreichen werde. „Nur noch ein paar Wochen werde ich Präsident sein. Danach trete ich zurück. Nichts ist für die Ewigkeit, und Gott sei Dank dafür", erklärte er vor den Versammelten.

Die Nachricht wurde sofort von ausländischen Medien aufgegriffen, und das Bild des vollen Platzes im Herzen Belgrads wurde als Beweis der Stärke präsentiert. Doch es lohnt sich, genau zu lesen: Vučić trat nicht zurück - er kündigte die Absicht an, dies „in einigen Wochen" zu tun. Der Unterschied zwischen einer Ankündigung und einer Tat ist genau der Raum, in dem Politiker am meisten manövrieren.

Der Kontext ist entscheidend. Serbien steht seit Monaten unter dem Druck von Massenprotesten, und diese Ansprache kommt als direkte Antwort - eine Kundgebung der Macht als Gegengewicht zur Straße. Zugleich erklärte Vučić, er werde der regierenden Partei helfen, die anstehenden Wahlen zu gewinnen, falls diese ausgerufen werden, mit einer neuen Liste unter dem Namen „Vereintes Serbien". Mit anderen Worten: Der Mann, der seinen Abgang ankündigt, kündigt im selben Atemzug an, wie er die Kontrolle behalten wird.

Für die Region ist das keine fremde Geschichte. Die Stabilität Serbiens berührt unmittelbar die gesamte Nachbarschaft, und das Modell „Ich kündige meinen Rücktritt an, aber erst gewinnen wir die Wahlen" ist überall auf dem Balkan wiederzuerkennen. Die Frage, die über dem Platz hängen bleibt, ist einfach: Ist das wirklich der Anfang vom Ende einer Ära, oder nur ein weiterer sorgfältig inszenierter Akt in einem Stück, das wir schon gesehen haben? Die Antwort kommt, wie der Rücktritt, „in einigen Wochen".