Skip to content

Vidovdan in Gazimestan unter schwerer Polizeibelagerung: Warum selbst ein Gedenken zum Schauplatz alter Rechnungen wird

1 Min. Lesezeit
Teilen
Vidovdan in Gazimestan unter schwerer Polizeibelagerung: Warum selbst ein Gedenken zum Schauplatz alter Rechnungen wird

Vidovdan in Gazimestan ist immer mehr als ein gewöhnliches Gedenken - es ist ein Datum, beladen mit Geschichte, Symbolik und Politik. In diesem Jahr verlief die Versammlung von Serben am Gedenkkomplex im Kosovo im Schatten einer schwer bewaffneten Polizeipräsenz und von Spannungen zwischen den Anwesenden und den kosovarischen Behörden.

Berichten zufolge war die Polizei entlang der Zufahrtsstraßen und am Denkmal selbst stationiert, mit etwa 50 Beamten am Eingang des Komplexes. Die Besucher durchliefen eine gründliche Sicherheitskontrolle und erhielten schriftliche Verhaltensanweisungen, mit der Androhung einer Festnahme bei Verstößen. Der traditionelle Turm war mit Warnband abgesperrt, und Spezialeinheiten bildeten Absperrungen, durch die die Menschen einer nach dem anderen gingen.

Der schwerste Teil des Berichts betrifft die Festnahmen - Berichten zufolge wurden etwa zwanzig Personen, darunter Minderjährige, festgehalten, nachdem die Menge zu einem engen Ausgang gelenkt worden war. Da die Quelle dieser Nachricht serbisch und offen kritisch gegenüber den kosovarischen Institutionen ist, sind die Details mit Vorsicht zu lesen - die Wahrheit über solche Ereignisse hängt fast immer davon ab, wer sie erzählt.

Doch unabhängig von der Betonung bleibt eines klar: Auf dem Balkan kann selbst ein einzelnes Gedenken zur Bühne politischer Spannung werden. Orte des Erinnerns sind bei uns selten nur Orte des Erinnerns - sie sind Schauplätze, auf denen alte Rechnungen mit neuen Mitteln beglichen werden. Die Frage ist nicht, wessen Wahrheit es diesmal ist, sondern warum wir dreißig Jahre nach den letzten Kriegen noch immer nicht gelernt haben, wenigstens die Toten aus der Tagespolitik herauszuhalten.