Skip to content

Verbrannte Flagge, eine Kamera und Online-Wut: Wem dient die neue Provokation in Bosnien

1 Min. Lesezeit
Teilen
Verbrannte Flagge, eine Kamera und Online-Wut: Wem dient die neue Provokation in Bosnien

Eine verbrannte Flagge, eine Kamera und ein soziales Netzwerk - und schon gibt es einen neuen Skandal auf dem Balkan. Laut einem auf einem Instagram-Profil veröffentlichten Video nahm eine Gruppe junger Leute die Flagge der Republika Srpska, die auf einem Mast in der Nähe der Entitätslinie in Bosnien und Herzegowina bei Darivo angebracht war, herunter und verbrannte sie. Der Clip sammelte schnell zahlreiche Reaktionen - darunter beschämende Kommentare der Zustimmung nach dem Muster „Helden".

Der genaue Zeitpunkt des Vorfalls bleibt unbekannt, ebenso, ob die Behörden informiert wurden und ob es überhaupt eine Ermittlung gibt. Mit anderen Worten - wir haben ein Video, wir haben Online-Wut, aber vorerst haben wir keinerlei institutionelle Reaktion. Und genau das ist der gefährlichste Teil.

Denn solche Videos bleiben selten allein. Nur zwei Tage zuvor gab es bei der Weltmeisterschaft eine ähnliche Provokation in die entgegengesetzte Richtung - einen angeblichen Angriff auf eine Person, die eine serbische Flagge hielt. Ein Brand zieht den nächsten nach sich, eine Provokation verlangt eine Erwiderung, und so dreht sich der Kreis seit Jahrzehnten, genährt von jenen, denen Spaltungen nützen.

Der Balkan kennt diese Symbole schmerzlich gut. Eine Flagge ist nicht nur Stoff - sie ist jemandes Identität, jemandes Geschichte, jemandes Schmerz. Doch die selten gestellte Frage ist - wem dient das? Nicht den gewöhnlichen Menschen auf beiden Seiten, die in Frieden leben wollen. Sondern jenen, die aus jeder verbrannten Flagge eine Karriere auf der Spannung aufbauen. Während die Kameras Provokationen filmen, warten die echten Probleme - Armut, Abwanderung, leere Institutionen - still am Rand, unbeachtet.