Skip to content

Odeceixe: das Städtchen in der Algarve, wo das Mittelmeer noch nach Fisch riecht, nicht nach Touristen

1 Min. Lesezeit
Teilen
Odeceixe: das Städtchen in der Algarve, wo das Mittelmeer noch nach Fisch riecht, nicht nach Touristen

Die Algarve bedeutet für die meisten überfüllte Strände, Hotelkomplexe und Speisekarten in fünf Sprachen. Doch am nördlichen Rand dieser portugiesischen Region gibt es ein Städtchen, dem es gelungen ist, das zu bleiben, was andere längst aufgehört haben zu sein - authentisch. Odeceixe ist ein Dorf aus weißen Häusern, in dem das Mittelmeer noch nach Fisch riecht, nicht nach Sonnencreme.

Noch unter arabischer Herrschaft gegründet und nach der katastrophalen Flussflut von 1755 wiederaufgebaut, hat das Dorf enge, gewundene Gassen voller niedriger weißgetünchter Häuser, in Indigo, Grün und Gelb bemalt. Darüber steht eine funktionstüchtige Mühle aus dem 18. Jahrhundert, von der sich der Blick über die weißen Dächer, das grüne Tal und den Meereshorizont erstreckt.

Der wahre Trumpf ist der Strand - 2012 zu einem der sieben Wunder Portugals gewählt. Er hat die Form eines Hufeisens und eine doppelte Natur: auf der einen Seite eine ruhige Lagune, wo der Fluss Seixe ins Meer mündet, ideal für Familien; auf der anderen offene Atlantikwellen zum Surfen. Bei Ebbe treten natürliche Becken zwischen den Felsen hervor. Ringsum erstreckt sich der Naturpark Costa Vicentina, mit Weißstorchnestern auf den Küstenfelsen und Wanderwegen entlang dramatischer plattenartiger Klippen.

Die lokale Küche gibt sich nicht künstlich - Entenmuscheln (Percebes), gegrillter Fisch und Süßkartoffel. Das ist kein Ort, der einem ein in ein Pauschalangebot verpacktes Erlebnis verkauft. Es ist ein Ort, der einfach existiert und einen allein lässt, ihn zu entdecken - eine Seltenheit in einer Gegend, in der der Tourismus längst alles Authentische um sich herum verschlungen hat. Wer noch ein solches Stück Mittelmeer sucht, sollte sich beeilen - solche Orte bleiben nicht ewig verborgen.