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Die Wirtschaftskammer will weniger Feiertage, dabei bekommen viele Arbeiter nicht einmal einen Zuschlag, wenn sie an Feiertagen arbeiten

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Die Wirtschaftskammer will weniger Feiertage, dabei bekommen viele Arbeiter nicht einmal einen Zuschlag, wenn sie an Feiertagen arbeiten

Die Wirtschaftskammer hat eine Initiative zur Kürzung der Feiertage vorgelegt: Ein Feiertag, der auf einen Sonntag fällt, soll keinen freien Montag mehr bedeuten, und Beschäftigte sollen nur noch zwei religiöse Feiertage wählen. Während die Kammer arbeitsfreie Tage zählt, erinnert die Gewerkschaft an etwas, das in dieser Rechnung nicht vorkommt: wie viele Arbeiter überhaupt kein Geld bekommen, wenn sie an einem Feiertag arbeiten.

„Eine große Zahl von Arbeitern erhält keine Vergütung für Arbeit an Feiertagen, sonntags und an arbeitsfreien Tagen (manche bekommen 100 oder 500 Denar), sie bekommen weniger als 20 Tage Jahresurlaub, und das in Etappen von 5 oder 8 Tagen, in die Wochenenden, Feiertage und arbeitsfreie Tage eingerechnet werden, sie bekommen keine Zulage für Berufsjahre, keine Zulage für Überstunden und Nachtarbeit, und andere Zulagen werden ihnen nicht ausgezahlt“, sagt Slobodan Trendafilov, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes Mazedoniens.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Besar Durmishi steht vorerst auf der Seite der Arbeiter. „Die Arbeiter haben erworbene Rechte, die ihnen zustehen. Die Feiertage sind für Bürger jeder Religion, und in diesen Bereich werden wir nicht eingreifen“, sagte er auf der Pressekonferenz, auf der er den Warenkorb für August vorstellte. Der Fokus müsse auf höherer Produktivität liegen, „und nicht darauf, die Arbeiter mit solchen Schritten zu demotivieren“.

Ein offizieller Vorschlag der Kammer sei beim Ministerium noch nicht eingegangen, sagt Durmishi. Falls doch, wird er in der Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrats am 19. Oktober beraten. Anders gesagt: Auf der Pressekonferenz ist die Tür zu, in der Sitzung bleibt sie offen.

Die Initiative der Kammer läuft auf mehr Arbeitstage hinaus. Doch wenn ein Teil der Arbeitgeber schon heute weder Feiertagsarbeit bezahlt noch den gesetzlichen Jahresurlaub gewährt, liegt das Produktivitätsproblem vielleicht nicht im Kalender. Bevor Feiertage gestrichen werden, sollte jemand prüfen, wer die bestehenden Rechte überhaupt einhält. Das ist Aufgabe der Staatlichen Arbeitsinspektion, nicht derer, die Feiertage zählen.