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Gordana Duvnjak ist gegangen: Drei Jahrzehnte Fragen, wo andere schwiegen

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Mit 61 Jahren ist Gordana Duvnjak gegangen - eine Journalistin, die drei Jahrzehnte lang nicht aufhörte, Fragen zu stellen, wo die meisten Kollegen aufhörten. Justiz und Politik waren ihr Terrain, unbequeme Fragen ihr Markenzeichen.

Ihre Karriere begann 1988 beim Mazedonischen Rundfunk, danach durchlief sie Nova Makedonija (1991-1999), Utrinski Vesnik (1999-2017), Makfax, 1TV und die Wochenzeitung Fokus. Jede Redaktion war anders, aber Duvnjak blieb überall gleich - analytisch, präzise und direkt.

Sie gehörte zu den seltenen Journalisten, die die Mechanismen des Justizsystems mit tiefem Verständnis verfolgten. Sie konnte politische Einflüsse erkennen, Gerichtsverfahren entschlüsseln und die kritische Frage genau dort stellen, wo es am meisten schmerzte. In einem Land, in dem die Justiz ständig unter Verdacht steht, ist eine solche Stimme ein Luxus.

2023 wurde sie Sprecherin des Richterrats - ein Versuch, Transparenz in eine Institution mit chronischer Glaubwürdigkeitskrise zu bringen. Ein Schritt, den viele kommentierten, aber wenige verstanden.

Sie war auch im zivilgesellschaftlichen Bereich aktiv, besonders in der Arbeit des regionalen REKOM-Netzwerks zur Aufarbeitung der Vergangenheit. Mitautorin von "Konfrontation mit der Realität" - einer Publikation über Erinnerungskultur und historische Versöhnung.

Die Beerdigung fand am 22. April auf dem Friedhof Butel statt, wo Kollegen, Freunde und ihre Söhne Martin und Stefan Abschied nahmen. Der mazedonische Journalismus hat eine Stimme verloren, die schwer zu ersetzen ist - zu einer Zeit, in der genau solche Stimmen am meisten gebraucht werden.