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Sieben Festnahmen wegen Brandanschlag auf jüdische Gemeinde in Skopje: Geheimdienst bestätigt radikale IS-Zelle hinter dem Angriff

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In Mazedonien wurden sieben Personen festgenommen, die mit dem Brandanschlag auf eine religiöse Einrichtung der jüdischen Gemeinde in Skopje am 12. April in Verbindung stehen. Nach Angaben der Agentur für nationale Sicherheit (ANB) sind die Festgenommenen Mitglieder „einer radikalen Gruppe, ideologisch verbunden mit dem globalen Netzwerk des Islamischen Staates". Zwei der sieben bleiben in Haft und werden strafrechtlich verfolgt - mit einer konkreten Anklage wegen Terrorismus.

Der Zeitrahmen zählt. Vom 12. April - dem Tag des Versuchs - bis zum 1. Mai, dem Tag der Bekanntmachung. Dreißig Tage für Ermittlung, Identifikation und die Verhaftung eines Netzwerks. Das ist ein Arbeitstempo. Und im Unterschied zu vielen Inlandsfällen, in denen sich der „Ermittlungszeitraum" über Jahre zieht, war diese kriminalpolizeiliche Operation koordiniert und schnell.

Was „logistisches Netzwerk" konkret bedeutet. Laut ANB sind die Festgenommenen „Teil einer radikalen Gruppe mit etabliertem logistischem Netzwerk". Übersetzung: Das sind keine Idioten, die spontan einen Anschlag beschlossen haben. Das sind Leute mit Unterstützung - finanziell, informationell und operativ. Das bedeutet: In Mazedonien gibt es 2026 eine aktive Struktur IS-naher Akteure. Nicht einer, nicht zwei. Eine Struktur.

Für die Öffentlichkeit muss das ein anderes Gespräch eröffnen. Mazedonien hat eine kleine jüdische Gemeinde - weniger als 200 Menschen. Sie sind der Rest einer großen Vorkriegsgemeinde, die 1943 von den Nazis deportiert und ermordet wurde. Der Holocaust hinterließ Mazedonien mit einer der kleinsten jüdischen Gemeinden Europas. Jetzt, 80 Jahre später, ist dieselbe Gemeinde erneut Ziel.

Die Frage, die nicht gestellt wird: Wer radikalisiert sie? Welche Bildungssysteme, welche Online-Communities, welche Finanzkanäle ernähren eine „radikale Gruppe mit logistischem Netzwerk" in einem Land von zwei Millionen Menschen? Ohne Antwort auf diese Frage ist die Festnahme von sieben Personen keine Lösung - es ist das vorübergehende Schließen eines Rohrs, durch das das Wasser weiter fließt.

Im Balkan-Kontext ist das nicht isoliert. Kosovo, Bosnien, Albanien und Mazedonien sind als Gebiete gelistet, in denen „Schläferzellen" existieren - inaktiv, aber koordiniert. Wenn ein Anlass auftaucht - regionale Konflikte, eine israelisch-palästinensische Eskalation, die Iran-Krise -, werden sie aktiviert. Das ist Infrastruktur, nicht Terrorismus. Es ist ein strategisches Risiko, das mindestens seit 2014 besteht - und das ab 2026 erneut eskaliert.