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Mazedonien mit neuem Tierschutzgesetz: Strafen bis 5.000 Euro und ein lebenslanges Haltungsverbot - aber die Frage ist, ob es durchgesetzt wird

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Mazedonien bekommt endlich ein neues Gesetz zum Schutz der Tiere. Und im Unterschied zu den bisherigen sieht dieses tatsächlich Strafen vor, die nicht nur symbolisch sind. Von 400 Euro für unsachgemäße Haltung oder das unsachgemäße Ausführen eines Hundes bis zu 5.000 Euro für Folter, Misshandlung oder Tötung von Tieren. Hinzu kommt - ein lebenslanges Haltungsverbot für Personen, die ihre Tiere aussetzen. Das ist die strengste Regelung in Mazedonien zu diesem Thema bislang.

Der parlamentarische Entwurf umfasst mehrere Ebenen. Erstens - die Halter müssen Grundstandards garantieren: Futter, Wasser, tierärztliche Versorgung, Platz. Unsachgemäßes Ausführen - wenn ein Hund ohne Leine angreift oder die Hinterlassenschaften nicht eingesammelt werden - wird mit 400 Euro bestraft. Zweitens - körperliche Misshandlung, Aussetzen im Container oder Tötung - das sind die höheren Strafen.

Das lebenslange Verbot ist neu. Bisher: Wenn jemand eine Katze in einen Sack stopft, zahlt er eine kleine Strafe und kann morgen wieder einen neuen Hund holen. Mit dem neuen Gesetz - nicht. Sie kommen in ein nationales Register, und Tiere sind für sie tabu. Das haben andere Länder schon lange - bei uns kommt es 15 Jahre zu spät.

Dennoch geht es um die Umsetzung. Mazedonien ist ein Land, in dem die Gesetze zu Parken, zu Löhnen, zu Umweltverschmutzung - auf dem Papier existieren, aber niemand sie achtet. Wird dieses Gesetz beachtet? Wird die Polizei die Kapazität haben, auf Hundesäuberer und Hundequäler zu reagieren? Wird es Inspektoren geben? Ohne das ist 5.000 Euro nur eine Zahl auf dem Papier, nichts weiter.

Im Balkan-Kontext lohnt es sich, daran zu erinnern - Skopje hat seit langem ein Problem mit Streunerhunden. Nicht alle wurden getötet. Viele sind ausgesetzte Haustiere. Dieses Gesetz, wenn es umgesetzt wird, behandelt das endlich als rechtliches Problem und nicht mehr nur als „allgemeine Situation". Ob es umgesetzt wird, messen die Bürger - nicht das Parlament.