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Gruevski: Kein Haftbefehl, keine Auslieferung, kein politischer Wille - die Akte ist still abgelaufen

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Das Auslieferungsersuchen fuer Nikola Gruevski ist abgelaufen. Es gibt keinen aktiven internationalen Haftbefehl von Interpol. Der ehemalige Premierminister, verurteilt und zu Gefaengnis verurteilt, der 2018 nach Budapest floh, kann vorerst in Ungarn ruhig schlafen. Im woertlichen Sinne - niemand sucht ihn.

Die Ermittlungen darueber, wer ihm bei der Flucht aus Mazedonien geholfen hat, sind abgeschlossen. Das Raetsel bleibt: Wie konnte ein verurteilter Politiker mit eingezogenem Pass das Land verlassen und nach Budapest gelangen? Acht Jahre spaeter ist die Antwort dieselbe - niemand weiss es, oder niemand will es sagen.

Zusaetzliche Ironie: Gruevskis Asyl in Ungarn wurde von Viktor Orban gesichert, der jetzt nicht mehr an der Macht ist. Der neue Premierminister Peter Magyar hat sich trotz Lob fuer Orban in Sachen EU-Kommission noch nicht zum Schicksal des mazedonischen Fluechtlings geaeussert. Aendert Orbans Sturz die Lage Gruevskis?

Mazedonien hat laengst aufgehoert zu insistieren. Kein Haftbefehl, keine Auslieferung, kein politischer Wille. Gruevski ist in Budapest, und das System, das ihn zurueckbringen sollte, hat die Akte still geschlossen. Justiz auf mazedonisch: Wer lange genug wartet, bei dem verfaellt der Fall von selbst.