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Pelz, Samt und Handschuhe über dem Ellbogen: Was die Herbstkampagne verkauft - und wie viel davon wirklich bei uns ankommt

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Pelz, Samt und Handschuhe über dem Ellbogen: Was die Herbstkampagne verkauft - und wie viel davon wirklich bei uns ankommt

Die Saisonkampagne für Herbst und Winter 2026/2027 läuft dieses Jahr mit Adriana Lima als Gesicht, doch ungewöhnlich ist nicht das Model. Statt des fertigen Ergebnisses wurden Aufnahmen vom Shooting selbst veröffentlicht - Lima auf einer Dachterrasse vor Sonnenuntergang, im Regiestuhl mit ihrem eigenen Namen, Momente bei Frisur und Make-up mit dem Team. Eine Branche, die jahrzehntelang die makellose Illusion verkaufte, zeigt plötzlich das Shooting. Das ist keine Offenheit, das ist eine neue Taktik.

Verkauft werden in Wahrheit einige konkrete Teile. Die Schneiderei kehrt als Säule der Saison zurück, und nicht nur fürs Büro. Ein schwarzer Anzug im Smoking-Stil, mit Satinrevers und weit geschnittener Hose - dasselbe Teil funktioniert im Job wie am Abend. Das ist die alte, bewährte Garderobenrechnung: ein Stück, zwei Leben.

Die Texturen sind die andere Hälfte der Geschichte. Zu den Schlüsselteilen gehört ein Pelzmantel in warmem Kastanienbraun mit hochgestelltem Kragen sowie Mäntel aus Kunstpelz in Camel und Haselnuss. Am unerwartetsten ist die bordeauxrote Lederjacke mit glänzendem Finish, getragen über einem halbtransparenten Spitzentop. Den Herbst stellen wir uns meist als Reihe dunkler, langweiliger Teile vor - das hier ist der Versuch, damit zu brechen.

Für die festliche Linie kommen kurze Kleider mit großen Pailletten in Olivgrün, an den Manschetten mit Federn abgesetzt, und schwarze Samtkleider mit Cut-outs und steinbesetzten Ausschnitten. Zu den subtileren Kombinationen zählen ein Midirock mit kunstvollen Details, ein feiner Strickpullover in Dunkelblau und lange Lederhandschuhe, die über den Ellbogen reichen.

Lange Handschuhe über dem Ellbogen, Pelz, Samt, Pailletten. Jede Saison landet ein ansehnlicher Teil dieser Vorschläge bei jemandem, der das Budget dafür hat, der Rest sickert binnen zwei, drei Monaten in billigeren Versionen nach unten. Der Leser auf dem Balkan kennt das auswendig - gleicher Schnitt, anderes Material, ein Zehntel des Preises, bis Ende November im Schaufenster. Die Frage ist nicht, ob der Trend ankommt, sondern in wie verdünnter Form.

Die Kampagne erscheint in dem Moment, in dem die dahinterstehende Kette offizieller Sponsor der Madrider Modewoche wird, im Bündnis mit der Stadt und dem Messeveranstalter. In der Begründung stehen Unterstützung für lokales Design, Wachstum heimischer Marken und mehr Sichtbarkeit für spanische Kreativität über die Grenzen hinaus. Kaum eine Handelskette investiert aus reinem Wohlwollen in den Laufsteg - aber kaum ein heimischer Designer kann es sich leisten, solche Sichtbarkeit auszuschlagen.