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Eine Apothekerin über den neuen Kosmetiktrend: K-Pharma und K-Beauty sind leere Etiketten, die Wirkstoffe kannten wir längst

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Eine Apothekerin über den neuen Kosmetiktrend: K-Pharma und K-Beauty sind leere Etiketten, die Wirkstoffe kannten wir längst

Die koreanische Kosmetik hat die Frisur gewechselt. Bunte Verpackungen mit Comicfiguren sind weißen Flaschen, klinischer Typografie und dem Wort „Apotheke“ gewichen - der neue Begriff lautet „K-Pharma“. Die Apothekerin Inmaculada Canterla sagt, was die Branche nicht laut gesagt haben will: „K-Pharma und K-Beauty sind leere Etiketten.“

Ihr Argument ist technisch, lässt sich aber leicht überprüfen. Was tatsächlich wirkt, sagt sie, sind längst bekannte Wirkstoffe: stabile Vitamin-C-Derivate, gut formulierte Retinoide, biomimetische Peptide, EGF, Ectoin, Centella asiatica, PDRN, NAD, Liponsäure und SOD. Keiner davon ist eine neue Entdeckung, und keiner davon ist koreanisch.

Die Frage ist ihrer Ansicht nach nicht, woher der Wirkstoff kommt, sondern ob die Formulierung ihn dorthin bringt, wo er hin soll: „Interessant ist nicht, dass sie aus Korea kommen, sondern ob das Trägersystem es ihnen erlaubt, in angemessener Konzentration dort anzukommen, wo sie hin sollen.“

Dann folgt der Satz, den man sich an jeden Spiegel kleben sollte: „Der Verkauf in der Apotheke oder die Verwendung pharmazeutischer Sprache garantiert für sich genommen gar nichts.“ Das gilt auch für unsere Apothekenregale, wo derselbe Marketingtrick seit Jahren funktioniert - was hinter dem Tresen steht, muss seriös sein.

Canterla endet ohne jede Diplomatie: „K-Pharma, K-Beauty oder wie auch immer sie den nächsten Namen nennen, ändert nichts. Was wirkt, ist eine seriöse Formulierung, ganz gleich ob amerikanisch, deutsch, schweizerisch oder koreanisch.“ Mit anderen Worten - das Etikett auf der Vorderseite ist die Werbung, die Zusammensetzung auf der Rückseite ist das Produkt. Wie viele von uns lesen die zweite?