Skip to content

Die beste neapolitanische Pizza der Welt wird in London gebacken, und der Guide mit der Fünfzig im Namen rankt in Wahrheit hundert

1 Min. Lesezeit
Teilen
Die beste neapolitanische Pizza der Welt wird in London gebacken, und der Guide mit der Fünfzig im Namen rankt in Wahrheit hundert

Der Guide 50 Top Pizza hat seine Liste für 2026 bei einer Gala in Neapel veröffentlicht - also an dem Ort, der sich selbst als Ursprung der Pizza versteht. Platz eins geht nach London, an Napoli on the Road, dessen Inhaber Michele Pascarella ein gebürtiger Italiener ist, der neapolitanische Tradition mit englischen und saisonalen Zutaten verbunden hat. Also: Die beste neapolitanische Pizza der Welt wird laut einem italienischen Guide in London gebacken.

Spanien ist mit sechs Lokalen vertreten, und das einzige in den Top Ten ist das Madrider Baldoria auf Platz acht. Inhaber Ciro Cristiano, ebenfalls Italiener, eröffnete das Lokal im Viertel Salamanca, um den neapolitanischen Teig in die spanische Hauptstadt zu bringen. Er arbeitet mit langer Gärung, leichtem Teig, frischen Zutaten und schnellem Backen in einem aus Neapel gebrachten Ofen, der 420 Grad erreicht.

Der Rest der spanischen Liste: Sartoria Panatieri in Barcelona auf Platz 29, Fratelli Figurato in Madrid auf 69, Oura in Santiago de Compostela auf 76, Demaio in Bilbao auf 83 und Balmesina in Barcelona auf 87. Zwei Lokale in Madrid, zwei in Barcelona, eines in Bilbao und eines in Galicien.

Hier gibt es ein Detail, das man kennen sollte, bevor jemand mit „Top 50“ wirbt. Der Guide heißt 50 Top Pizza, rankt aber tatsächlich hundert Lokale. Ein Platz 87 gehört also zur Liste - das stimmt, und das ist gut - liegt aber nicht unter den ersten fünfzig. Zwischen dem und dem, was in einem Marketingposting steht, liegen ganze fünfzig Plätze.

Der Guide startete 2017 als italienisches Projekt und weitete sich ab 2022 international aus. Dieser Übergang vom nationalen zum globalen Ranking ist der Grund, warum ein Londoner Lokal Platz eins holen und ein spanisches in die Top Ten kommen kann. Sobald das Kriterium nicht mehr Geografie, sondern Handwerk ist, verschiebt sich die Landkarte.

Was davon praktisch bleibt: lange Gärung, leichter Teig, sehr hohe Temperatur und kurzes Backen. Das ist kein Geheimnis, das ist Technik, und sie verlangt keinen italienischen Pass. Sie verlangt einen Ofen, der die Hitze hält, und Teig, der Zeit bekommt. Diese beiden sind die seltensten Zutaten in jeder Küche.