Skip to content

Eine Residenz über zwölf Abende an einem Ort: Shakira hat das Tourneemodell geändert

1 Min. Lesezeit
Teilen
Eine Residenz über zwölf Abende an einem Ort: Shakira hat das Tourneemodell geändert

Shakira kehrte nach acht Jahren nach Spanien zurück, und zwar nicht mit einem Konzert, sondern mit einer Residenz über zwölf Abende. Der erste fand am 18. September im Iberdrola Music in Madrid statt und eröffnete den Schlussabschnitt der Tournee „Las mujeres ya no lloran“. Zwölf Abende an einem Ort sind etwas völlig anderes als eine Tournee - es ist ein Modell, bei dem das Publikum zur Künstlerin reist, nicht umgekehrt.

„Willkommen zu meiner europäischen Residenz. Ich kann nicht glauben, dass ich hier bin. Es fühlt sich an wie ein Traum“, sagte sie dem Publikum zu Beginn. Später fügte sie hinzu, das sei „ein gewaltiger Beweis von Liebe und Zuneigung“, und es gebe nichts Vergleichbares, wenn die Wölfin ihr Rudel finde. Das ist ihr Bild für die Beziehung zum Publikum, und sie trägt es seit einigen Jahren mit sich.

Das Repertoire lief rückwärts - die frühen Latino-Hits, „La bicicleta“, bis hin zur Zusammenarbeit mit Bizarrap von 2023 und den neuen Liedern über Eigenständigkeit. Den Bühnenauftritt gestaltete sie über den „Camino de la Loba“, den Weg der Wölfin, begleitet von der Tanzgruppe, die oben auf sie wartet. Choreografie, mehrere Kostümwechsel, die ganze Maschinerie, die man erwartet, wenn eine Karte kostet, was sie kostet.

Doch das Aufregendste war nicht die Bühne. Der Raum ringsum wurde in eine temporäre lateinamerikanische Stadt namens Macondo verwandelt - mit Pavillons, die als eigene Orte funktionieren. Ein Stadion für 55.000 Menschen, ein Museum über ihre Karriere, eine Bibliothek mit lateinamerikanischer Literatur, ein Merchandise-Bereich, eine Werkstatt für Design und Mode, ein Lebensmittelmarkt und eine eigene Kinderzone. Bei der Eröffnung traten auch Guitarricadelafuente, die portugiesische Sängerin Maro, die Band Santos Bravos und eine DJ auf, während Ágatha Ruiz de la Prada eine Modenschau ausrichtete.

Das ist kein Konzert mehr. Das ist ein Reiseziel - ein Ort, an den man fährt, einen Tag verbringt und an zehn verschiedenen Stellen Geld ausgibt, bevor man überhaupt das erste Lied hört. Die Industrie hat sich das ausgedacht, weil der Musikverkauf längst nichts mehr einbringt, das Erlebnis aber schon. Und es funktioniert: Im Publikum saß auch Diego Simeone mit seiner Frau.

Wenn eine Künstlerin dieses Rangs entscheidet, zwölfmal an einem Ort zu sein statt einmal an zwölf Orten, hören Regionen ohne solche Infrastruktur auf, Tourneestation zu sein, und werden zum Publikum, das reist. Madrid bekam zwölf Abende. Alle anderen bekamen einen Ticketlink und ein Flugticket.