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Das teuerste Menü scheitert an einer Stelle: Caterer sagen, das kalte Hauptgericht ist der Fehler, der nicht verziehen wird

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Das teuerste Menü scheitert an einer Stelle: Caterer sagen, das kalte Hauptgericht ist der Fehler, der nicht verziehen wird

Das Hochzeitsessen ist das Einzige an der ganzen Hochzeit, worüber die Gäste eine Woche später noch reden. Nicht die Blumen, nicht die Musik, nicht das Kleid - sondern ob das Hauptgericht heiß war. Und genau das, die Temperatur eines Tellers, geht laut Caterern am häufigsten schief.

Die Liste der Fehler beginnt mit dem grundlegendsten: kaltes Essen. Er gilt als der elementarste und am wenigsten verzeihliche Fehler überhaupt. Kein Menü, so teuer es auch sei, erholt sich von einem Hauptgericht, das lauwarm am letzten Tisch ankam. Das ist keine Frage der Küche, sondern der Organisation - wie viele Tische ein Kellner bedient und wie viele Meter zwischen Herd und Zelt liegen.

Der zweite Fehler ist der Aperitif, der eine dritte Hand verlangt. Teller, die aufrecht gehalten werden müssen, Besteck, das niemand braucht, Häppchen, die beim Abbeißen zerfallen. Der Aperitif ist dafür da, dass man steht und mit Menschen spricht, die man ein Jahr nicht gesehen hat. Jeder Gegenstand, der beide Hände belegt, zerstört genau diese Funktion.

Der dritte ist die starre Weinregel. Vorschriften, die einschränken, was bestellt werden darf, nehmen dem Abend die Selbstverständlichkeit - wenn ein Gast ein Glas Rotwein zum Fisch möchte, soll er es bekommen; das ist kein gastronomisches Vergehen, das ist eine Hochzeit.

Der vierte und fünfte liegen am Ende des Abends, wo die Aufmerksamkeit üblicherweise nachlässt. Der Mitternachtsimbiss, diese letzte Umarmung der Gastgeber, wird oft nachlässig serviert, als gehöre er nicht zum selben Menü. Und der Kaffee - Kaffee aus der Thermoskanne nach tadellosem Service ruiniert den ganzen Abend, denn der letzte Geschmack ist der, der bleibt.

Was funktioniert, ist interessanter als das, was nicht funktioniert. Ein kürzeres, gut getaktetes Menü - ein gut gewähltes Hauptgericht mit einem guten Dessert - hält den Rhythmus der Feier und lässt keine toten Pausen entstehen. Eine Cocktailbar schon ab dem Aperitif, besonders in der warmen Jahreszeit. Ein Menü mit Persönlichkeit, mit saisonalen Produkten und Kombinationen, die in Erinnerung bleiben, statt seltsame Experimente zu sein. Und glutenfreie, laktosefreie und vegetarische Optionen, die genauso verlockend gestaltet sind und keine Strafe für den, der sie verlangt.

Bei uns ist eine Hochzeit ein ernstes Ereignis mit Hunderten Gästen und einem Budget, das die Familie über Jahre zusammenlegt. Genau deshalb lohnt es sich, das als Checkliste zu lesen und nicht als Trend aus dem Ausland. Dreihundert Gäste, sechs Stunden, ein heißes Hauptgericht - das ist Logistik, keine Romantik. Und es löst sich mit einer Frage an den Caterer vor der Unterschrift: wie viele Kellner, und wie weit ist die Küche entfernt?