Skip to content

Eine Kommode aus den Achtzigern für sechzig Euro überlebt jedes neue Set: Was genau man vor dem Bezahlen prüfen sollte

1 Min. Lesezeit
Teilen
Eine Kommode aus den Achtzigern für sechzig Euro überlebt jedes neue Set: Was genau man vor dem Bezahlen prüfen sollte

Möbel aus den Siebzigern und Achtzigern kommen zurück, und zwar nicht als Nostalgie, sondern als Rechnung. Ein runder ockergelber Beistelltisch für sechzig Euro vom Flohmarkt überlebt jedes Set aus dem Möbelhaus, das dreimal so viel gekostet hat. Das ist die gesamte Mathematik hinter dem Trend.

Der Begriff Vintage ist weit gefasst und bedeutet nicht antik - meist umfasst er Objekte aus diesen zwei Jahrzehnten. Der Schlüssel ist nicht, ein Museum einer Epoche einzurichten, sondern sie mit dem zu mischen, was man schon hat. Eine alte Vitrine neben einem modernen Sofa funktioniert; ein ganzes Zimmer aus den Siebzigern wirkt wie ein Bühnenbild.

Die zweite, seltener genannte Rechtfertigung

Gebrauchte Möbel zu kaufen ist zugleich der direkteste Weg, weniger auszugeben. Diese Stücke wurden gebaut, um zu halten - viele davon sind Massivholz und keine folierte Spanplatte. Wenn ein Objekt vierzig Jahre überstanden hat, ist die Chance auf weitere zwanzig weit größer als bei neuen Möbeln, die mit Nagel und Leim zusammengesetzt sind.

Vintage-Sessel aus Holz und Leder in einem hellen Wohnzimmer

Kauf es nicht, weil es dir gefallen hat

Das ist der Rat, der am meisten Geld spart. Bevor du auf einem Markt etwas bezahlst, beantworte drei Fragen: Wo genau wird es stehen, welche Funktion wird es erfüllen und in welchem Zustand ist es. Die Emotion im Moment des Kaufs ist der schlechteste Ratgeber, denn das Stück steht danach jahrelang im Flur und stört.

Drei Dinge zählen: Maße, Material und Farbe. Die Maße misst man zu Hause vor dem Losgehen, nicht mit dem Auge vor dem Stand. Das Material - Holz, Metall, Leinen oder anderes Gewebe - bestimmt die Pflege. Die Holzfarbe wird selten geprüft: Warme und kühle Töne stehen nebeneinander nicht gut, und das sieht man erst, wenn das Stück im Raum steht.

Prüfe den Zustand, nicht das Aussehen

Öffne alle Schubladen. Wackelt der Tisch? Halten die Verbindungen? Hat die Konstruktion echte Stabilität oder sieht sie nur aus einem Meter Entfernung gut aus? Diese Prüfung dauert zwei Minuten und entscheidet zwischen Fund und Fehlkauf - denn die Reparatur einer wackligen Konstruktion übersteigt leicht den Preis des Stücks.

Alter Schminktisch mit Spiegel in einem Schlafzimmer

Wonach es sich zu suchen lohnt

An Möbeln: Esstische, Stühle, Kommoden, Truhen und Beistelltische. Das sind die Stücke, die sich am leichtesten in einen bestehenden Raum fügen und am schwersten zu fälschen sind.

Spiegel sind eine eigene Kategorie - fast jeder alte Spiegel passt in fast jeden Raum, unabhängig vom Stil ringsum. Selten hat ein Objekt eine so hohe Trefferquote.

Textilien sind die dritte Gruppe: alte Teppiche, Laken, Überwürfe und Vorhänge. Hier ist der Qualitätsunterschied in der Webart am offensichtlichsten und der Preis am niedrigsten.

Wenn du es verändern willst - verändere es

Es gibt die Haltung, alte Möbel müssten unberührt bleiben. Müssen sie nicht. Abschleifen, neu lackieren, Griffe und Leisten austauschen sind völlig legitim. Es gibt auch schnellere Lösungen mit Dekorpapier oder Vinyl.

Bewahren und Modernisieren sind beide richtige Ansätze - es hängt davon ab, ob das Stück so, wie es ist, Wert hat, oder nur eine gute Konstruktion, auf der man aufbaut. Eine Kommode aus den Achtzigern mit neuen Griffen und einer Schicht Farbe wird zu einem neuen Stück und bleibt dennoch besser gebaut als alles, was man für dasselbe Geld kaufen würde.

Wo man sie findet

Antiquitätenläden haben die höchsten Preise, aber auch die hochwertigsten und seltensten Stücke. Secondhandläden sind das Mittelfeld. Am günstigsten ist es bei Abbruchhändlern, wo Türen, Leisten und Teile alter Häuser landen. Am unterhaltsamsten sind Antikmessen und -märkte.

Eine Regel gilt überall: Der Bestand wechselt ständig, wer also regelmäßig vorbeischaut, findet etwas - wer auf das perfekte Stück beim ersten Versuch wartet, findet nichts. Geduld ist hier die einzige Währung, die nicht mit Geld bezahlt wird.