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Sechs Zutaten und ein Verbot: Kühlt die Milch nicht vollständig ab, bekommt man Rührei mit Zimtduft

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Sechs Zutaten und ein Verbot: Kühlt die Milch nicht vollständig ab, bekommt man Rührei mit Zimtduft

Eierflan ist ein Dessert, das sich nirgends verstecken kann. Sechs Zutaten, keine teuer, keine exotisch. Alles, was schiefgehen kann, geht in der Technik schief, nicht auf dem Einkaufszettel. Deshalb lohnt es sich, das Rezept von Saúl Craviotto, dem Olympia-Kanuten und Sieger einer Kochshow, bis zum Ende zu lesen - er fügt nichts hinzu, er hat es bloß nicht eilig.

Die Zutaten sind sechs Eier, ein halber Liter Vollmilch, zweihundert Gramm Zucker, eine Zimtstange, die Schale einer Zitrone und weitere vierzig Gramm Zucker mit zwei Esslöffeln Wasser für den Karamell. Das ist alles.

Der erste Schritt ist der, den die meisten überspringen. Die Milch wird mit Zitronenschale und Zimt bis zum Kochen erhitzt, dann vom Feuer genommen und vollständig abgekühlt. Nicht lauwarm. Vollständig. Gießt man heiße Milch über die Eier, bekommt man Rührei mit Zimtduft, und es gibt kein Zurück.

Eier und die zweihundert Gramm Zucker werden ohne kräftiges Schlagen verrührt. Luftblasen sind unerwünscht - sie machen die Struktur später löchrig. Die abgekühlte Milch wird durch ein Sieb gegossen, um Zimt und Schale zu entfernen, zu den Eiern gegeben und dann von Hand gerührt, bis die Masse gleichmäßig ist.

Der Karamell entsteht separat: vierzig Gramm Zucker mit zwei Esslöffeln Wasser in einer beschichteten Pfanne, bis zu dunkler Bernsteinfarbe. Er kommt sofort in die Form, die dann geschwenkt wird, um Boden und Seiten zu überziehen. Hier arbeitet man in Sekunden - Karamell, der eine halbe Minute länger bleibt als nötig, wird bitter.

Die Masse kommt in die Form, die Form in ein Gefäß mit Wasser und alles zusammen bei hundertsechzig Grad für fünfundvierzig bis fünfzig Minuten in den Ofen. Das Wasserbad ist keine Dekoration und kein alter Brauch - es ist der einzige Grund, warum der Flan gleichmäßig gart, statt außen zu stocken, während die Mitte noch flüssig ist. Geprüft wird mit einem Zahnstocher: Kommt er sauber heraus, ist es fertig.

Und der letzte Teil, wegen dem die Hälfte der Leute aufgibt: Der Flan muss vollständig abkühlen, dann im Kühlschrank ruhen, und erst danach gestürzt werden. Mit einer entschlossenen Bewegung, nicht zögerlich. Ein warm gestürzter Flan zerfällt, und kein Können rettet ihn. Diese Bereitschaft zu warten ist der ganze Unterschied zwischen einem hausgemachten Dessert und einem Dessert, das aussieht, als hätte es jemand gemacht, der es kann.