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Japandi: der Stil, der Japan und Skandinavien verbindet - und warum ein leeres Zimmer besser atmet

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Japandi: der Stil, der Japan und Skandinavien verbindet - und warum ein leeres Zimmer besser atmet

Es gibt Einrichtungsstile, die schreien, und Stile, die flüstern. Japandi ist das Zweite - eine Verbindung des japanischen und des skandinavischen Ansatzes, zweier Traditionen, die ohnehin an dasselbe glauben: Weniger ist mehr. Verbindet man japanische Ruhe und skandinavische Wärme, entsteht ein Schlafzimmer, in dem der Körper sich einfach entspannt, ohne zu wissen, warum.

Die Grundregel ist die Abwesenheit von Überfluss. In einem Interieur mit Japandi-Geist findet man weder Gerümpel noch oberflächliche Verzierung - jeder Gegenstand hat einen Grund, dort zu sein. Die Möbel haben gerade Linien und klare Formen, natürliche Oberflächen und Holz als Hauptmaterial. Ein selten gegebener Rat: Mische verschiedene Holzarten - Eiche, Esche, helle Walnuss - damit der Raum Tiefe gewinnt, statt wie ein Katalog auszusehen.

Schlafzimmer im Japandi-Stil mit natürlichen Materialien

Das Bett ist der Star des Zimmers. Schlichte Linien, ein dezentes Design, ein Kopfteil aus natürlichem Material - möglichst Holz - und ein niedriges Profil, inspiriert von japanischen Futons. Kiefer oder Eiche sind ideal. Drumherum bleibt die Palette neutral: Weiß, Elfenbein, Beige, Sand- und Steintöne, mit gelegentlichem Akzent in Olivgrün, Warmgrau oder Terrakotta.

Bei den Textilien gehen viele fehl. Japandi verlangt Naturfasern - Leinen, Bio-Baumwolle, Wolle - keinesfalls glänzende Synthetikstoffe. Lange, bodenlange Vorhänge in einem einzigen neutralen Ton oder mit dezentem Muster mildern das Licht, und ein Teppich aus Jute oder Wolle wärmt den Raum, ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Das Licht ist die letzte, aber vielleicht wichtigste Schicht. Warme Lichtquellen (2.700 bis 3.000 Kelvin), schlichte Lampen mit Schirmen aus Stoff oder Papier und sanfte Beleuchtung statt einer grellen Deckenlampe. Ergänze einige handgefertigte Keramikobjekte - eine Vase, eine Schale, ein Tablett - und eine oder zwei mittlere bis große Grünpflanzen, die wenig Pflege brauchen: einen Ficus, eine Sansevieria oder eine Zamioculcas. Nicht zehn kleine Töpfe, sondern eine oder zwei Pflanzen mit Präsenz.

Am Ende ist Japandi nicht nur Ästhetik - es ist eine Haltung. In einer Zeit, in der uns alles drängt, mehr zu kaufen, sagt dieser Stil, dass der wahre Luxus die Leere ist, die Stille und wenige gute Objekte statt vieler mittelmäßiger. Für ein Zuhause, in dem sich oft „für alle Fälle“ vieles ansammelt, ist das eine geradezu rebellische Idee: Ein Raum atmet, wenn man ihn halbleer sein lässt.