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Einen Monat nach dem Tod des Emirs tauchten die Al Thani auf Mallorca auf: Die Finsternis versammelte mehr Kronen als manche Gipfel

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Einen Monat nach dem Tod des Emirs tauchten die Al Thani auf Mallorca auf: Die Finsternis versammelte mehr Kronen als manche Gipfel

Wenn ein Emir stirbt, schickt die Welt Telegramme. Wenn ein Monat seit dem Tod vergangen ist, fährt die Familie in den Urlaub. Beides ist wahr und nichts davon ist ein Skandal, doch zusammen sagen sie etwas darüber, wie Trauer aussieht, wenn man ein unbegrenztes Budget und einen Privatjet hat.

Die katarische Dynastie Al Thani verlor den Vater-Emir Hamad bin Chalifa am 12. Juli. Die Beisetzung war eine von denen, die in Erinnerung bleiben - der Sohn, der amtierende Emir Tamim bin Hamad Al Thani, trug den Sarg persönlich, wie es die Tradition verlangt. Beileidsbekundungen kamen von Charles III., von Abdullah II. von Jordanien, von Felipe VI. Königin Rania von Jordanien begnügte sich nicht mit einem Telegramm, sondern reiste zum Palast Al Wadschba, rund fünfzehn Kilometer westlich von Doha, um der Witwe, Scheicha Moza bint Nasser, persönlich einige Worte zu sagen.

Genau einen Monat später wurde ein Teil derselben Familie - einschließlich des amtierenden Emirs - am Flughafen Son Sant Joan auf Mallorca gesehen. Der Grund: die Sonnenfinsternis. Dasselbe Ereignis, wegen dessen auch der spanische König Felipe auf der Insel blieb, da Astronomie seit jeher seine Schwäche ist.

Mallorca versammelte an diesem Tag mehr Kronen als manche Gipfeltreffen. Neben den Katarern verfolgten auch Mitglieder der Dubaier Dynastie Al Maktum die Finsternis von der Insel, untergebracht im Hotel Jumeirah in Port de Sóller - einem Objekt, das Dubai Holding gehört, dem Investmentkonglomerat von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum. Sie sind also bei sich selbst zu Gast. Und das ist die ganze Geschichte darüber, wie diese Familien in Europa funktionieren.

Die spanische Presse verpackte das als rührende Nachricht: Die Natur helfe, den Schmerz zu überwinden, der Kosmos als Trost. Vielleicht. Es gibt aber auch eine prosaischere Lesart - wenn die ganze Welt im selben Moment nach oben schaut, ist das eine seltene Gelegenheit, im Ausland zu sein, von Kameras erfasst zu werden und von niemandem gefragt zu werden, warum man nicht zu Hause ist.

Was hier wirklich sichtbar wird, ist keine Trauer, sondern Geografie der Macht. Die Golfmonarchien kaufen seit Jahrzehnten Immobilien, Hotels und Klubs an der spanischen Küste, und Mallorca ist längst nicht mehr nur ein Reiseziel - es ist eine Adresse. Und wenn etwas passiert, das die ganze Welt anschaut, zeigt sich, wer dort ein Haus hat, wo die Aussicht am besten ist.

Für einen Leser auf dem Balkan ist das interessanteste Detail nicht, wer wo Urlaub machte, sondern wie leise all das abläuft. Keine offizielle Mitteilung, keine Pressekonferenz. Nur ein Blatt auf Mallorca, das notierte, wer aus dem Flugzeug stieg.