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Zwei Kugeln vom Himmel an einem Tag in Skopje: Čair am Vormittag, Vizbegovo am Abend

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Zwei Kugeln vom Himmel an einem Tag in Skopje: Čair am Vormittag, Vizbegovo am Abend

An einem einzigen Tag, in zwei getrennten Fällen, meldeten zwei Skopjer, dass eine Kugel ihre Windschutzscheibe beschädigt habe. Keine Schießerei, keine Abrechnung, kein Vorfall mit bekanntem Täter - schlicht ein Geschoss, das vom Himmel auf ein geparktes Fahrzeug fiel.

Der erste Fall wurde am 12. August um 10:55 Uhr gemeldet. S.R., 53, meldete, im Gebiet Čair habe ein verirrtes Geschoss aus einer Schusswaffe die Frontscheibe eines „Opel”-Lastfahrzeugs mit Skopjer Kennzeichen beschädigt. Der zweite kam am selben Abend um 22:45 Uhr - G.T., 44, meldete, in Vizbegovo habe ein verirrtes Geschoss die Windschutzscheibe eines „Ford”-Pkw beschädigt.

Das Innenministerium erklärt, es würden Maßnahmen zur Aufklärung der Fälle ergriffen. Die Formulierung ist bekannt. Es ist derselbe Satz, den wir jedes Mal lesen, wenn jemand in die Luft schießt - für eine Hochzeit, einen Geburtstag, ein Tor oder ganz ohne Anlass - und das Geschoss dorthin zurückkehrt, wo die Physik es verlangt: nach unten.

Beide Fälle endeten mit zerbrochenem Glas. Zwischen einer beschädigten Windschutzscheibe und einem Trauerzug liegen ein paar Meter und etwas Glück. Die Kugel, die um 10:55 Uhr vormittags in Čair niederging, hatte keinerlei Garantie, dass darunter ein Auto liegt und kein Mensch.

Was im Polizeibericht fehlt, ist die Zahl. Wie viele solcher Meldungen es dieses Jahr gab, wie viele mit einem gefundenen Täter endeten, wie viele Waffen daraufhin eingezogen wurden. Ohne diese Daten wirkt jeder Fall wie ein Einzelvorfall - und nicht wie das, was jeder Skopjer weiß: ein regelmäßiges Phänomen mit vorhersehbarem Kalender.