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Bräune ist Abwehr, keine Belohnung: Eine Dermatologin darüber, was die Haut am Strand wirklich tut

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Bräune ist Abwehr, keine Belohnung: Eine Dermatologin darüber, was die Haut am Strand wirklich tut

Die gesamte Sommerindustrie ruht auf einem leisen Missverständnis: dass gebräunte Haut gesunde Haut bedeutet. Die Dermatologin Cristina de Hoyos sagt den Gegensatz ohne Einschränkung - „dermatologisch betrachtet ist Bräunung kein Synonym für Gesundheit, sondern genau das Gegenteil”.

Der Mechanismus ist interessanter als der Ratschlag. Bräunung, sagt sie, „ist ein Abwehrmechanismus, mit dem die Haut versucht, die DNA ihrer Zellen zu schützen”. Die Farbe, der wir wochenlang am Strand hinterherjagen, ist also ein Signal, dass der Körper sich bereits gegen etwas wehrt. Sie ist keine Belohnung für Zeit in der Sonne, sondern eine Antwort auf Schaden.

Der Sonnenbrand ist die nächste Stufe derselben Geschichte, und hier steht der Satz, den man sich merken sollte: „Jeder Sonnenbrand hinterlässt eine biologische Spur, die sich mit allen früheren Expositionen summiert.” Die Haut beginnt nicht jeden Sommer bei null. Was in der Kindheit passiert ist, bleibt auf der Rechnung.

Deshalb ist de Hoyos kategorisch bei etwas, das bei uns als Teil des Sommers gilt: „Ein Sonnenbrand darf nie als etwas Normales betrachtet werden.” Und wenn er einmal da ist - „wenn die Haut dich bereits warnt, dass eine Verletzung vorliegt, verschlimmert längeres Sonnenbaden sie nur”.

Was hilft und was nicht

Prävention ist langweilig, und genau deshalb funktioniert sie: täglich Sonnencreme, alle zwei Stunden nachcremen, die heißesten Stunden meiden und bedeckende Kleidung. Nichts Neues, nichts Teures, nichts, wofür man einen Stylisten braucht.

Ist der Sonnenbrand schon da - kühle Dusche, Feuchtigkeitspflege, Wasser. Und eine Liste dessen, was man nicht tut: Eis direkt auf die Haut, Zahnpasta, Essig und alkoholhaltige Hausmittel. Alle werden von Generation zu Generation weitergereicht, und alle verschlimmern die Lage.

Bei Blasen fällt der Rat anders aus als erwartet - nicht aufstechen. „Auch wenn sie unangenehm sind, wirken sie als natürlicher Schutzmechanismus und senken das Infektionsrisiko.”

De Hoyos' Fazit ist ein Satz, der im August wie im November gilt: „Die Haut hat ein Gedächtnis, und jede Exposition zählt.” Die Frage lautet also nicht, wie man schneller braun wird. Die Frage ist, welche Rechnung man für diese Farbe bezahlt und wann sie kommt.